Kleiner Kosmos

Nehmen wir den ziemlich viel sagenden Fall des Materialismus. Als Welterklärung ist der Materialismus von einer irrsinnigen Schlichtheit. Er ist von haargenau derselben Art wie die Argumentation eines Verrückten; er vermittelt gleichzeitig den Eindruck, alles einzubegreifen und nichts zu erfassen.

Schauen wir uns einen kompetenten und ehrlichen Materialisten wie Mr. McCabe[1] an, so lässt er uns genau mit diesem eigentümlichen Gefühl zurück. Er begreift alles, und was er begreift, scheint das Begreifen gar nicht zu lohnen. Sein Kosmos mag bis zum letzten Nietnagel und Zahnrädchen vollständig sein, und doch ist er kleiner als unsere Welt.

Wie der luzide Aufriss des Verrückten scheint auch sein Entwurf von den fremdartigen Kräften und der großen Unbekümmertheit unseres Planeten nichts zu wissen; er weiß nichts von den wirklichen Dingen auf Erden, den kämpfenden Völkern oder stolzen Müttern, der ersten Liebe oder der Todesangst auf dem offenen Meer. Die Erde ist so ungeheuer groß und der Kosmos so außerordentlich klein. Der Kosmos ist so ziemlich das kleinste Loch, in dem ein Mensch seinen Kopf verstecken kann.

Quelle: G.K. Chesterton: Orthodoxie, Abschnitt II: Der Besessene


[1] Joseph M. McCabe (1867-1955), ein Franziskanermönch, der seinem Glauben abschwor und sein Leben der Aufgabe widmete, im Namen der Vernunft die christliche Religion zu bekämpfen. Chestertons Auseinandersetzung mit McCabe findet sich in Ketzer (Die Andere Bibliothek, Nr.165, Frankfurt a. M. 1998, S.207-221) das, wie er einleitend berichtet, durch die Kritik, die es hervorrief, zum Anlaß für das vorliegende Buch wurde.

Gotische Wasserspeier

Als Christus hörte, wie sich etliche Pharisäer (dieselben, die sich heute über die mechanischen Orgeln ereifern) in Jerusalem über den lauthals betenden Haufen der Jünger ereiferten, prophezeite er die gesamte gotische Architektur.

Er sprach: „Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien.“ In diesem Seinem Geist entstanden wie lärmende Chöre die Fassaden der mittelalterlichen Dome, an denen es von laut rufenden Gesichtern und offenen Mündern nur so wimmelt.

Damit hat sich die Prophezeiung erfüllt: Die Steine schreien.

Quelle: G.K. Chesterton: Orthodoxie

Eine Frage der Barmherzigkeit?

<<Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, rechnet mit Reformen seiner Kirche im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. „Das ist eine Frage der Barmherzigkeit“, sagte Zollitsch im Interview mit der ZEIT>>

 

Das würde mich mal interessieren wie das mit der Barmherzigkeit gemeint ist. So spontan fällt mir ein: dass vielleicht  jeder Katholik einen „Freischuss“ bekommt, oder zwei oder drei ? Oder eine „Es ist nichts passiert!“ – Versicherung, die bei der Eheschließung gleich mit vereinbart werden kann? – Vielleicht einen Bonus für Prominente oder Staatsmänner, da er ja unseren Bundespräsidenten als unter der kath. Knute leidend märtyrisiert.

 

Alles absurd: Wie kann denn die Kirche eine Wiederverheiratung angesichts der direkten Entscheidung Jesu Christi (vergl. Lk 16,18) erlauben. Oder wäre es nicht absurd vor dem Traualtar eine Vertragsklausel zu akzeptieren, die die einseitige willkürliche Endlichkeit der Liebe besiegelt – Das wäre nicht die volle wahre Liebe, die sich Eheleute einander versprechen, sondern eine erbärmliche seichte Farce! Und dann noch die Sache mit den Prominenten; das gab es schon immer. Hierbei sollte der Vorsitzende mal nachlesen, dass es wie im Beispiel Heinrich VIII von England nicht bei der Zweiten blieb (Es waren 6!).

Des weiteren fühle ich mich als Christ beleidigt, wenn man mir das Parteiprogramm der Grünen nahelegt: “ Die Grünen“, so wird der Vorsitzende zitiert, “ seien eine Partei, in der viele Christen sich beheimatet fühlen“.

Meint er etwa die „Grünen“ die unter anderem

  • die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften mit der Ehe einschließlich Adoptionsrecht fordern
  • für die Gleichbehandlung jedweder „sexuellen Identität“, für die Beibehaltung und Ausweitung des momentan gültigen Abtreibungsparagraphen kämpfen
  • für die Krippenbetreuung von Kleinstkindern und damit die weitgehende Abschaffung der traditionellen Familie im Sinne einer totalitären sozialistischen Gesellschaft wollen

Jeder, der sich hierin beheimatet fühlt, sollte sich mal über seinen Glauben Gedanken machen und diesen kritisch mit dem Katechismus vergleichen (und nicht anders herum).

Kirche – Petrus

… Als Christus in einem bedeutungsvollen Augenblick Seine große Gemeinschaft stiftete erwählte er zum Grundstein nicht den brillanten Paulus und nicht den tiefsinnigen Johannes, sondern einen Drückeberger, einen Snob, einen Feigling – kurz einen >Menschen<. Und auf diesen Fels baute Er Seine Kirche, gegen die der Hölle Macht nichts hat ausrichten können.

 

Alle Weltreiche und Königreiche sind an dieser eigentümlichen, wiederkehrenden Schwäche gescheitert, dass sie von starken Männern und auf den Schultern starker Männer errichtet wurden. Einzig und allein diese epochale Einrichtung, die Katholische Kirche, fand ihr Fundament in einem schwachen Mann, und deshalb ist sie unzerstörbar. Keine Kette nämlich ist stärker als ihr schwächstes Glied.

aus G.K. Chesterton: Ketzer, 4. Abschnitt

 

Initiative gegen Präimplantationsdiagnostik (PID)

Initiative gegen Präimplantationsdiagnostik (PID)

PID Selection stoppen

In zwei Wochen werden die Bundestagsabgeordneten im Bundestag zusammenkommen und über den künftigen Umgang mit der Präimplantationsdiagnostik in Deutschland abstimmen.

Hedwig von Beverfoerde von der Zivilen Koalition e.V. und Thomas Schührer vom Durchblick e.V. haben auf AbgeordnetenCheck.de eine Kampagne gestartet, um ein Verbot von PID zu erreichen. Die Initiative lebt vom Mitmachen vieler Bürger, die über die Website auf einfache Weise die Abgeordneten anschreiben und sich der Petition anschließen können. „

Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr Emails wird jeder einzelne Abgeordnete bekommen. Wenn zahlreiche Bürger sich so engagieren, macht dies auf die Bundestagsabgeordneten einen großen Eindruck, dem sie sich kaum entziehen können“, erklärt dazu Frau von Beverfoerde.

Weitere Infos zur Initiative

Schreiben Sie jetzt den Bundestagsabgeordneten

Der Ritenstreit zu Weilheim

Martin Mosebach: Der Ritenstreit zu Weilheim

von Alexander Kissler

Eine katholische Provokation

Weilheim liegt im Pfaffenwinkel. Der Starnberger See rauscht unweit sacht vor sich hin, der Große Ostersee lockt und auch der Ammersee. Auf jede Hebung folgt eine Senke, und von jeder Wiese aus sieht der Gast einen Zwiebelturm, einen Glockenturm, einen Kirchturm. Nach Gras riecht es und Erde und manchmal auch ein wenig nach Streit. An diesem Abend steht im oberbayerischen Weilheim nichts Geringeres zur Diskussion als „Kirche zwischen Tradition und Zukunft“.

Geladen wurde unter dieser Überschrift und zum Abschluss der erstmals ausgerufenen „Weilheimer Glaubensfragen“ der Schriftsteller Martin Mosebach. Ob ihn der weite Weg aus Frankfurt am Main schließlich reute? Die zwei Stunden im „Haus der Begegnung“ wurden vor etwa 150 Besuchern zur erhellenden, nicht erheiternden Blaupause einer Zukunft, die Gegenwart zu werden sich anschickt und die der Leidenschaft, dem Streit, der rückhaltlosen Offenheit wieder Heimrecht gibt im kirchlichen Binnenraum. Die Zeit der Formelkompromisse und der Double-Bind-Kommunikationssurrogate ist vorbei.

Martin Mosebach trug zu Beginn das erste Kapitel aus seiner „Häresie der Formlosigkeit“ vor. Es ist die Geschichte eines Menschen, der vom notgedrungen kulinarischen Konsumenten gregorianischer Choräle zum mitfeiernden Apologeten der gregorianischen Messe wurde. Es ist die Geschichte einer Befreiung, die sich 2007 zum Panorama einer weltkirchlichen Renaissance weitete, als Benedikt XVI. die Gleichrangigkeit von alter gregorianischer und neuer reformierter Messe mit gesetzgeberischer Autorität bekräftigte.

Schon die Lesung war für einige Besucher schwer zu ertragen. Man grummelte immer dann, wenn Mosebach den gewordenen Charakter der älteren Messform, deren Anfänge „sich im Dunkel der Geschichte verlieren“, dem gemachten Charakter des Reformwerks von 1970 gegenüberstellte. In der Diskussion schieden sich vollends die Geister. Grüppchen um Grüppchen verließ mal leise und mal türenschlagend den Saal, sodass am Ende vielleicht noch 100 bis 120 Menschen anwesend waren. Unter diesen konnten, dem Applaus nach zu schließen, die Freunde der lateinischen Messe einen knappen Sieg davon tragen.

Kristallklar, nicht konziliant argumentierte Mosebach. Aufgebracht widersprachen ihm viele Männer und drei Frauen, in der Regel „Kinder von ’68 wie wir alle“ (Mosebach). Der Mann mit der ersten Wortmeldung erregte sich derart, dass er nach seinem anklagenden Stakkato flugs den Raum verlassen wollte und von Mosebach ermahnt wurde, doch bitte wenigstens die Antwort abzuwarten. Im Stakkato eingewickelt war eine Rede, wonach die gemeinschaftliche betende Zusammenkunft das entscheidend Christliche am Gottesdienst sei und nicht dessen Form. Das aber, beschied der Dichter den Diskutanten, sei ein Zerrbild des 19. Jahrhunderts. Im Kult, nicht in der Gemeinschaft werde Christus gegenwärtig.

Mal um Mal entschiedener bekräftigte und ergänzte und verschärfte Mosebach: Die Messe sei keine Vergegenwärtigung des Abendmahls, sondern „Phase“, Vorübergang Gottes. Die erste Messe überhaupt habe nicht im Abendmahlssaal, sondern auf Golgatha stattgefunden. Die Christen kennen ihren Glauben, bräuchten ihn nicht in der Messe erst zu erfahren, weshalb die wortlastige Didaxe dort fehl am Platze sei. Keine differenzierteren Aussagen über Gott ließen sich finden als in den Texten der Alten und nur der Alten Messe. Die verheerenden Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil hätten mit ihrem Glaubenskollaps über dieses ein denkbar schlechtes Urteil gesprochen – obwohl es an den Texten kein Jota zu beanstanden gäbe. Vielmehr hätten die deutschen Bischöfe im offenen Widerstand gegen das Konzil Handkommunion und Zelebration versus populum erzwungen. Papst Paul VI., der sein Placet gab zur nachkonziliaren Liturgiereform, müsse man leider einen Tyrannen nennen in jenem spezifisch griechischen Sinne, wonach der Tyrann ein Traditionsunterbrecher sei.

Martin Mosebach ist der Prototyp eines engagierten Laien, der durch seinen gelehrten Furor die sonstige Blässe dieses wohlfeilen Etiketts offenlegt. Gemeinhin ist der engagierte Laie ein halbgebildeter Institutionenkritiker, dessen Engagement den Herrschaftsbereich des Politischen in die Kirche hinein ausdehnen und also vollenden will. Der engagierte Laie will in der Regel mehr vom Selben, die Welt noch einmal. Das Gegenteil will Martin Mosebach: Konzentration statt Diffusion, Sakrament statt Politik, Hierarchie statt Pluralismus.

Verdutzt erklärte eine Dame schließlich, sie frage sich schon sehr, ob es denn zum Anlass des Abends nicht mehr zu sagen gebe als diese oder jene liturgische Betrachtung, ob er denn kein anderes Thema habe. Martin Mosebach replizierte knapp: „Nein, es gibt für mich zunächst einmal kein anderes Thema als die Messe.“ Denn alles, ließe sich sagen, buchstäblich alles in Welt und Nachwelt entscheidet sich daran, ob im Kultus noch ein letztes Mal der christliche Glaube ins Lot kommt.

Quelle
Mosebach

 

Verbot der Gehsteigberatung vor der Abtreibungsklinik in München

Mit Wirkung vom 20. Mai 2011 wurde durch das Kreisverwaltungsreferat der Stadt München die Gehsteigberatung vor der Stapf-Klinik zur strafbaren Handlung erhoben. In den vergangenen 11 Jahren konnten durch den Einsatz der Mitarbeiter des Lebenszentrums München an dieser Stelle mehrere hundert Kinder vor dem Tod durch Abtreibung bewahrt werden. Ebenso wurden die sehr oft in diesem Zusammenhang auftretenden psychischen Folgeschäden von diesen Müttern abgewendet. Heute freuen sich diese Mütter über ihre Kinder.

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Durch diese Entscheidung der Stadt München dürften jetzt kaum mehr Babys durch die Gehsteigberater aus akuter Lebensgefahr gerettet werden können. Die Stadt München übernimmt damit die Verantwortung für die vorgeburtliche Tötung von ca. 50-80 Kindern pro Jahr, welche durch den Einsatz des Lebenszentrums bisher gerettet werden konnten. Es hat auch den Anschein, dass die psychischen Folgeschäden der Mütter wohl kein Problem für die Stadt München darstellen.

Eine Huldigung an die “Kultur des Todes”!

Lesen Sie unsere Pressemitteilung:

Lebensschutzverein protestiert gegen Verbotsbescheid der Landeshauptstadt München

Zum ersten Mal seit Beginn seiner Tätigkeit im September 1999 darf der Verein „Lebenszentrum e.V.“ vor Deutschlands größter Abtreibungsklinik (ca. 4000 vorgeburtliche Kindstötungen finden dort jährlich statt) keine Hilfsmöglichkeiten mehr für Schwangere bzw. für unter Abtreibung leidende Frauen anbieten. Das Kreisverwaltungsreferat der LH München erließ einen Bescheid, der die sogenannte Gehsteigberatung mit sofortiger Wirkung untersagt.

„Heute ist der traurigste Tag unserer Vereinsgeschichte, weil wir zum ersten Mal seit September 1999 keine Hilfe in letzter Sekunde für jene Frauen anbieten dürfen, die auf dem Weg zur Tötung ihres eigenen Kindes doch noch einmal in Zweifel über ihre Entscheidung geraten“, so Wolfgang Hering, Gründer und erster Vorsitzender des Lebenszentrum e.V.. „Ab dem heutigen Tag sind jedes Jahr 50-100 Babys im Mutterschoß zum Tode verurteilt, die nicht sterben müssten! Und ebenso viele Mütter, die in ihrer Verzweiflung keinen anderen Ausweg als die Abtreibung sehen, erfahren keine Hilfe in letzter Sekunde und sind durch den Bescheid der Stadt dazu verdammt, womöglich Jahrzehnte lang an den Folgen des Post-Abortion-Syndroms (PAS) zu leiden!“

Der deutsche Zweig des auf allen fünf Kontinenten vertretenen katholischen Lebensschutz-Apostolates hat seit seiner Gründung ca. 700-800 ungeborene Kinder vor dem Abtreibungstod bewahrt und ebenso vielen Müttern bzw. Familien konkrete Hilfe, zum Teil seit über zehn Jahren, zukommen lassen. „Was auch immer du brauchst, Mama, wir stehen zu Dir und gehen mit Dir durch Dick und Dünn!“ ist einer der meistgebrauchten Zusicherungen an Frauen, die sich vor der „Klinik“ auf ein Gespräch mit den Gehsteigberatern einlassen. Die Dankbarkeit vieler Mütter und Väter, die glücklich und stolz ihre neugeborenen Babys im Lebenszentrum präsentieren, hält oft jahrelang an. So hielt eine Mutter die ganze Zeit ein Foto ihres siebenjährigen Sohnes vor sich, als sie am 13. April 2011 einem Vertreter des Kreisverwaltungsreferates vortrug, dass ihr Kind nicht leben würde, wenn sie nicht vor der Abtreibungsklinik angesprochen worden wäre. Weitere vier Mütter und ein Vater bekundeten eindeutig dasselbe. Insgesamt dreizehn Babyrettungszeugnisse dieser Art wurden im sogenannten Gehsteigsberatungsprozess „Stapf gegen Lebenszentrum“ am 25. Juli 2006 beim Landgericht München I vorgetragen. In mehr als achtstündiger Beweisaufnahme hatte der vorsitzende Richter den Hilfsdienst des Lebenszentrums akribisch genau untersucht. Obwohl auch der Abtreibungsarzt Stapf mehrere Zeugen ins Feld führte, ergaben sich keinerlei Ansatzpunkte, die eine Belästigung oder gar Rücksichtslosigkeit gegenüber den stets freundlich und respektvoll angesprochenen Frauen ergaben. Der vorgenannte Gerichtsprozess ist im Bescheid der Stadt – trotz mehrfacher Hinweise des Lebenszentrum e.V. – nicht einmal erwähnt. „Ich messe dem Selbstbestimmungsrecht der Frau einen sehr hohen Stellenwert bei!“ so der LG-Richter im Juli 2006 in seiner Urteilsbegründung. „Und damit auch, ob sie sich aus eigenem Antrieb auf ein Gespräch vor der Klinik einlassen will oder nicht.“

Auch die elementaren Kernsätze des Bundesverfassungsgerichtsurteils vom 28. Mai 1993 finden bei der Landeshauptstadt München offensichtlich wenig Beachtung. Das vorgenannte Urteil bildet die verfassungsrechtliche Grundlage für die gesamte Gesetzgebung zu Schwangerschaftsabbruch und –konfliktberatung. Die Verfassungsrichter haben zweifelsfrei dokumentiert, dass es sich um die Tötung eines Menschen und somit um eine Straftat handelt, die unter Beachtung der vom Gesetzgeber festgelegten Richtlinien straffrei bleiben kann. Niemand hat das Recht auf die Tötung eines ungeborenen Kindes. Im Gegenteil: Auch das ungeborene Kind hat gemäß Artikel 1 GG – „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ – ein eigenständiges Recht auf Leben, unabhängig von den Persönlichkeitsrechten der Mutter, so die eindeutige Aussage des BVG.
„Das eigenständige Recht des ungeborenen Kindes auf Leben findet im Bescheid des KVR überhaupt keine Beachtung”, so Wolfgang Hering. “Die völlig ungestörte Atmosphäre einer Frau – die womöglich auch noch verzweifelt und alleingelassen ist – auf dem Weg zur Tötungsanstalt für ihr ungeborenes Kind genießt im KVR München seit Neuestem einen weitaus höheren Stellenwert, als das Lebensrecht eines kleinen, wehrlosen und schutzlos ausgelieferten Kindes im Mutterschoß.”

Den Mitarbeitern des Lebenszentrums e.V. springen zwei weitere Dinge aus dem Bescheid offenkundig ins Auge:

“1. Obwohl wir unsere Arbeit gegenüber KVR und Polizei elfeinhalb Jahre lang transparent und ehrlich dargestellt haben, scheint man im KVR nicht (mehr?) wahrhaben zu wollen, wie wertvoll der Dienst vor der Abtreibungsklinik von direkt Betroffenen wahrgenommen wird. Anders können wir uns die plötzlich – u. E. vielleicht politisch motivierte? – völlig neue Rechtsauffassung des KVR nicht erklären. Die Ansicht des KVR, die Frauen könnten freiwillig auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Abtreibungsklinik die Helfer des Lebenszentrums – dort dürfen wir noch verweilen – ansprechen, ist absolut praxisfremd und weder lebensrettend fürs Kind noch hilfreich für die Mütter, wie diese selbst deutlich artikulieren.

2. Sie haben keine Ahnung von den Leiden vieler Frauen nach Abtreibung, auf deren Heilung sich die Mitarbeiter des Lebenszentrums in besonderer Weise spezialisiert haben.”
Wir klagen an: Mit ihrem Bescheid nimmt die Landeshauptstadt München nicht nur die grausame Tötung ungeborener Kinder in Kauf, die nicht sterben müssten, wenn wir sie weiterhin aus höchster Lebensgefahr retten dürften. Darüber hinaus lässt sie viele Mütter ins offene Messer des Post-Abortion-Syndroms laufen, weil keine Chance mehr besteht, sie in letzter Sekunde vor diesem selbstverletzenden Schritt zu warnen.

Der Verein Lebenszentrum e.V. wird gegen den Bescheid des KVR gerichtlich vorgehen. „Das sind wir den wehrlosen ungeborenen Kindern ebenso schuldig wie den notleidenden Frauen, sei es vor oder nach einer Abtreibung. Unsere nun fast zwölfjährige konkrete praktische Erfahrung mit Müttern, Kindern und Vätern stellen wir gegen die an KVR-Schreibtischen erdachten Theorien.”

gez. Wolfgang Hering (Präsident)
Lebenszentrum e. V.
Westendstraße 78, 80339 München
Tel.: (0 89) 51 99 98 51 Fax: (0 89) 51 99 98 52
http://www.kostbare-kinder.de – E-mail: info@kostbare-kinder.de

Woche für das Leben 2011

Die ungeborenen Kinder nicht vergessen!

Abtsteinach. Seit 20 Jahren schon rufen die katholische und evangelische Kirche gemeinsam zur „Woche für das Leben“ auf. Ursprünglich war diese Woche dazu gedacht, auf das schwere Unrecht der Abtreibungstötung aufmerksam zu machen. Die heutigen Veranstalter und Verantwortlichen in den Kirchen aber haben dieses Anliegen mehr und mehr aus dem Blick verloren. Offensichtlich will niemand den „historischen Kompromiß“ gefährden, der vor Jahren in der Politik gefunden wurde, um die zuvor geltenden Regeln in der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik abzulösen; diesen Kompromiß, der so hoch gelobt wurde und der doch nicht anders als die vorangehenden Gesetze täglich ca. 1000 ungeborenen Kindern einen qualvollen Tod und vielen ihrer Mütter lebenslange Gewissensbisse und Qualen (Post Abortion Syndrom PAS) beschert.
„Daran hat man sich gewöhnt, man ist zur Tagesordnung übergegangen, leider vielfach auch innerkirchlich“, kommentiert Walter Ramm, Vorsitzender der Aktion Leben e.V. dieses Geschehen. „Wir als Lebensrechtler werden uns nie mit diesem Zustand abfinden!“
Die Aktion Leben e.V. wird in dieser Woche, der „Woche für das Leben 2011“, mit mehreren Informationsständen in Fußgängerzonen sowie Vorträgen auf das geltende Unrecht aufmerksam machen. „Wir rufen alle Menschen guten Willens auf, diesem Unrecht ein Ende zu setzen“, sagt Walter Ramm.

Wie die Zehn Gebote den Weil zu RTL fanden

Spätnachmittags werde ich von RTL aus Köln angerufen; eine junge Frauenstimme war am Apparat. Stimmengewirr im Hintergrund. „Ist da jemand von der Kirche?“ . „Ja“, sag ich, „Landesbischof Hirschler“. „Was?“ fragt sie. „Ich bin der Bischof‘, sage ich. „Toll“, sagt sie. „Mensch, hier“, ruft sie in den Hintergrund, „ich habe einen richtigen Bischof dran  –  Ja, also, wir sind hier das Team für die Sendung <Wie bitte?> Wir haben da mal eine Frage.“ „Ja?“ „Sagen Sie mal, es gibt doch in der katholischen Kirche so Gebote. Kennen Sie die?“

„Ja, klar“, sag ich, „das sind dieselben wie in der evangelischen Kirche.“ „Ach“, sagt sie. „Was steht denn da drin? Sind das viele?“ „Ja, das sind die Zehn Gebote.“ „Ach“, sagt sie, „zehn?“ „Ja“, sag ich, „da stehen ganz vernünftige Sachen drin! Fünftes Gebot: Du sollst nicht töten: Siebtes: Du sollst nicht stehlen; Sechstes Gebot, kann man sich gut merken wegen Sex: Du sollst nicht ehebrechen; Achtes Gebot: Du sollst keine falschen Nachrichten senden.“

„Ach“, sagt sie, „ist ja interessant“. „Und“, sag ich, „es gibt Luthers Erklärungen dazu. Beim fünften Gebot zum Beispiel ‚Du sollst nicht töten‘: dass wir unserem Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und ihn fördern in allen Leibesnöten!

„Toll“, sagt sie, „Gebote gleich mit Gebrauchsanweisungen. Sagen Sie, können Sie uns das mal durchfaxen?

So kam Luthers Kleiner Katechismus zu RTL.

Horst Hirschler

 

Der privilegierte Planet

Der privilegierte Planet

Dieser Film zeigt mit Hilfe von vielen Animationen und großartigen Aufnahmen, dass unsere Erde sich nicht einfach zufällig an einem beliebigen Ort im Sonnensystem und Galaxie befindet, sondern an einer sehr guten exakt ausgesuchten Stelle.

Diese Stelle ist nicht nur notwendig für unser Leben und Überleben, sondern sie ist darüber hinaus ein Balkon, der eine weitreichende Beobachtung des Universums erlaubt.

Sollte uns jemand diese „Sonnenseite“ im Universum bewusst ausgesucht haben?

Der Film ist in deutscher Sprache bei Drei Linden Film erhältlich