Pater Brown

»Weil Silber manchmal mehr wert ist als Gold«, sagte der Priester milde, »jedenfalls in großen Mengen.« Der Fremde sah ihn neugierig an. Dann blickte er noch neugieriger den Flur entlang in Richtung des Haupteingangs. Daraufhin schaute er wieder Brown an und musterte dann eingehend das Fenster über dessen Kopf, durch das immer noch die Abendröte nach dem Sturm zu erkennen war. Plötzlich schien er einen Entschluss zu fassen. Er stützte sich mit einer Hand auf den Tisch, schwang sich so behende wie ein Akrobat hinüber, pflanzte sich vor dem Priester auf und packte ihn mit einer seiner riesigen Pranken beim Kragen.
»Keine Bewegung«, stieß er flüsternd hervor. »Ich will Ihnen nicht drohen, aber-«
»Ich will Ihnen drohen«, sagte Pater Brown mit einer Stimme, die wie Donner grollte. »Ich will Ihnen drohen mit dem Wurm, der nicht stirbt, und dem Feuer, das nicht verlöscht.«
»Sie sind mir ein schöner Garderobier«, erwiderte der andere. »Ich bin Priester, Monsieur Flambeau«, sagte Brown, »und bereit, Ihre Beichte anzuhören.« Der andere schnappte einige Sekunden nach Luft, dann ließ er sich taumelnd auf einen Stuhl fallen.

Gilbert Keith Chesterton: Pater Brown – Die seltsamen Schritte

Pater Brown

Er hielt seinen Detektivverstand für ebenso fähig wie den des Verbrechers, was der Wahrheit entsprach. Aber er war sich des eigenen Nachteils deutlich bewusst. »Der Verbrecher ist der schaffende Künstler, der Detektiv dagegen nur der Kritiker«, sagte er mit einem bitteren Lächeln und führte seine Kaffeetasse langsam zum Mund, setzte sie jedoch sehr schnell wieder ab. Er hatte Salz hineingestreut.

Gilbert Keith Chesterton: Pater Brown – Das blaue Kreuz