{"id":626,"date":"2011-06-03T21:50:58","date_gmt":"2011-06-03T19:50:58","guid":{"rendered":"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/?p=626"},"modified":"2018-08-09T11:34:44","modified_gmt":"2018-08-09T09:34:44","slug":"sacrum-silentium-von-kirchenbau-und-kanonstille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/?p=626","title":{"rendered":"Sacrum Silentium &#8211; Von Kirchenbau und Kanonstille"},"content":{"rendered":"<p>Durch die zentrale Lage der Stiftskirche in Neustadt erfreut sich die HL. Messe im au\u00dferordentlichen Ritus dort stetig einer gro\u00dfen Zahl von Neugierigen. Neulich fragte mich einer, der nach dem Sanctus erst hereinkam : &#8222;Sagen sie mal, betet denn der Priester die ganze Messe \u00fcber still?&#8220; &#8211; Ich kl\u00e4rte ihn verst\u00e4ndnisvoll auf und lie\u00df ihn seines Weges ziehen. Danach wurde mir klar, welche Sch\u00e4tze die Messe im \u00fcberlieferten Ritus birgt und wie wichtig und zentral die Stille im Herzen der Liturgie ist. Dazu mehr aus der Zeitschrift &#8222;Dominus vobiscum&#8220; (Ausgabe 2011-03):<\/p>\n<h1>Sacrum Silentium &#8211;<br \/>\nVon Kirchenbau und Kanonstille<\/h1>\n<p>von Lic. Theol. Martin Reinecke<\/p>\n<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>F\u00fcr die meisten Gl\u00e4ubigen, die nur Me\u00dffeiern in der ordentlichen Form kennen, ist es \u00e4u\u00dferst gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, dass w\u00e4hrend des Hochgebets in der au\u00dferordentlichen Form der r\u00f6mischen Messe weitgehend Stille herrscht.<\/p>\n<p>Die Allgemeine Einf\u00fchrung ins R\u00f6mische Me\u00dfbuch von 1975 kennt zwar einen eigenen Abschnitt \u00fcber &#8222;Die Stille&#8220;, von der es dort hei\u00dft: &#8222;Je nach der Stelle innerhalb der Feier ist ihr Sinn verschieden. Sie gibt Gelegenheit zur Besinnung beim Schuldbekenntnis und nach den Gebetseinladungen, zur kurzen Meditation nach den Lesungen und nach der Homilie, zum inneren Lobgebet nach der Kommunion.&#8220; (1) Vom Eucharistiegebet hei\u00dft es dagegen: &#8222;Die Bedeutung des eucharistischen Hochgebets verlangt, da\u00df alle es in ehrf\u00fcrchtigem Schweigen anh\u00f6ren und durch die vorgesehenen Akklamationen mit vollziehen.&#8220;(2)<\/p>\n<p>Damit war endg\u00fcltig die Kanonstille(3) aufgegeben, nachdem sie mehr als ein Jahrtausend in \u00dcbung gestanden hatte.<\/p>\n<p>Das allm\u00e4hliche Aufkommen der Kanonstille in der Westkirche f\u00e4llt, wie wir sehen werden, zeitlich mit dem Wegfall der schon fr\u00fch bezeugten Altarvorh\u00e4nge zusammen. Deshalb werfen wir zun\u00e4chst einen Blick auf den Kirchenbau des 1. Jahrtausends und seine Ausstattung, bevor wir uns der Geschichte der Kanonstille und ihrer Begr\u00fcndungen zuwenden k\u00f6nnen. Doch davor rufen wir einige allgemeine Grunds\u00e4tze in Erinnerung, die die Kirche stets beim Kirchenbau geleitet haben.<\/p>\n<h2>1. Heiliger Raum<\/h2>\n<p>Es galt stets als v\u00f6llig klar, dass das liturgische Geschehen sich im heiligen Raum der Kirche vollzieht. Sie ist zugleich Haus der Gemeinde, in dem man zur Feier der Eucharistie und zum Lob Gottes zusammenkommt, und Haus Gottes als Tempel der Christen. In der Nachfolge des Tempels zu Jerusalem sollten die Gl\u00e4ubigen in ihm &#8222;die Macht und die Herrlichkeit des Herrn&#8220; (Ps 62,3) schauen. Man kn\u00fcpfte also bewusst an den Alten Bund an, in dessen Nachfolge man sich wusste.<\/p>\n<figure id=\"attachment_645\" aria-describedby=\"caption-attachment-645\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.te-igitur.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-645 \" style=\"margin-top: 20px; margin-bottom: 20px;\" title=\"01.te-igitur\" src=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.te-igitur-300x255.png\" alt=\"Te igitur\" width=\"210\" height=\"179\" srcset=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.te-igitur-300x255.png 300w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.te-igitur.png 632w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-645\" class=\"wp-caption-text\">Te igitur<\/figcaption><\/figure>\n<p>Au\u00dferdem war man sich bewusst, dass die Apokalypse des Johannes Ma\u00dfst\u00e4be und Kriterien daf\u00fcr gibt, was Kirche ist und woher ein Kirchenraum sein Ma\u00df nimmt. Angesichts der zerr\u00fctteten und sich ins Chaos aufl\u00f6senden Sch\u00f6pfung stellt sich die Kirche als der rettende Hafen dar, als der Ort, an dem sich der neue \u00c4on, die K\u00f6nigsherrschaft Gottes schon ank\u00fcndigt und andeutet. Deshalb ist das Handeln im Kirchenraum, die Liturgie, das treue und unmittelbare Abbild der immerw\u00e4hrenden himmlischen Liturgie der Engel. In der \u00dcberleitung zum Engelsgesang des Sanctus hei\u00dft es deshalb nicht, da\u00df die Engel mit uns Gott verherrlichen, sondern da\u00df wir in ihren Gesang einstimmen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>In dieser engen Verbindung zur Liturgie sind in allen Jahrhunderten Kirchen gebaut worden als R\u00e4ume, die diesem liturgischen Handeln entsprechen und die die Ordnung der Liturgie schon in der Struktur der Bauelemente sichtbar machen.<\/p>\n<h2>2. Der Altarraum und seine Ausstattung in den Kirchen des 1. Jahrtausends<\/h2>\n<p>Aus der fr\u00fchesten Zeit des Christentums sind keine Baudenkm\u00e4ler liturgischer R\u00e4ume zu finden. Eigene Kultbauten gab es zun\u00e4chst nicht. Entsprechend dem Beispiel Jesu, der das Letzte Abendmahl mit seinen Aposteln im Obergemach (<em>coenaculum<\/em>) eines Wohnhauses gefeiert hatte, war in den ersten zwei Jahrhunderten und teilweise noch dar\u00fcber hinaus der Versammlungsort der Christen zur Feier des Herrenmahles, der <em>coena dominica<\/em>, der Speisesaal eines reichen Gemeindemitglieds. In der Apostelgeschichte (20,7-12) wird ein solches <em>coenaculum <\/em>bei der Abschieds-Eucharistiefeier des Apostels Paulus in Troas erw\u00e4hnt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_648\" aria-describedby=\"caption-attachment-648\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/02.hauskirche.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-648\" title=\"02.hauskirche\" src=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/02.hauskirche-300x188.png\" alt=\"Hauskirche\" width=\"300\" height=\"188\" srcset=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/02.hauskirche-300x188.png 300w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/02.hauskirche.png 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-648\" class=\"wp-caption-text\">Hauskirche<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon bald ging man dazu \u00fcber, in den H\u00e4usern feste R\u00e4ume f\u00fcr die Eucharistiefeier einzurichten. Paulus nennt mehrfach die Namen der &#8222;mein und der ganzen Gemeinde Gastgeber&#8220; (R\u00f6m 16,23). In Rom waren es die sogenannten <em>tituli<\/em>, aus denen sp\u00e4ter die Titelkirchen hervorgingen.<\/p>\n<p>Ein fr\u00fches Beispiel einer solchen Hauskirche (<em>domus ecclesiae<\/em>) findet sich in Dura-Europos am Euphrat, wo durch Abri\u00df einer Zwischenmauer aus zwei R\u00e4umen ein gr\u00f6\u00dferer Saal (5 x 12,5 m) in Ost-Westrichtung gebildet wurde.<\/p>\n<p>Man beging die Eucharistie also zun\u00e4chst in kleinen Gruppen in den sogenannten <em>domus ecclesiae<\/em>, den Hauskirchen, die Gl\u00e4ubigen sa\u00dfen dabei mit dem Priester auf einer halbkreisf\u00f6rmigen Bank direkt am Altartisch, Sigmatisch: Eine der \u00e4ltesten Darstellungen des Abendmahls (Kirche S. Appolinare in Ravenna) wobei der Priester auf dem Ehrenplatz (am linken Ende vom Betrachter aus gesehen) sa\u00df und die Vorderseite frei blieb.<\/p>\n<figure id=\"attachment_649\" aria-describedby=\"caption-attachment-649\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.sigmatisch.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-649\" title=\"01.sigmatisch\" src=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.sigmatisch-300x234.png\" alt=\"Sigmatisch\" width=\"300\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.sigmatisch-300x234.png 300w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/01.sigmatisch.png 643w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-649\" class=\"wp-caption-text\">Sigmatisch: Eine der \u00e4tlesten Darstellungen des Abendmahls<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese Hausgemeinschaften verschwinden erst in der Epoche der &#8218;klassischen&#8216; Liturgie, nach der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion.<\/p>\n<p>Diese urchristliche Praxis wurde sicher nicht \u00fcberall zur gleichen Zeit aufgegeben.(4)\u00a0 Sp\u00e4testens seit der Konstantinischen Wende hat sich aber wohl eine neue Gestalt von Kirchenbau und besonders des Altarraums herausgebildet. Das Anwachsen der Gemeinden machte damals neue Wege notwendig.<\/p>\n<p>Eine fr\u00fche Beschreibung des neuen Typs bietet Eusebius von der 314 erbauten Kirche von Tyrus in Pal\u00e4stina. (5)\u00a0 Der Altar steht hier bereits in einem von kunstvollen Schranken umgebenen eigenen Altarraum, &#8222;damit die Menge ihn nicht betrete&#8220;.<\/p>\n<p>In den konstantinischen Basiliken sitzen der Bischof und die Priester im Halbrund der Apsis. Die fr\u00fchchristliche halbkreisf\u00f6rmige Sigmabank der Gl\u00e4ubigen ist nun zur Klerikerbank geworden, w\u00e4hrend sich die Gl\u00e4ubigen nach Geschlechtern getrennt in den Seitenschiffen aufhalten. In den kleineren Saalkirchen v.a. des 5\/6. Jahrhunderts haben sie Sitzpl\u00e4tze auf B\u00e4nken entlang der Seitenw\u00e4nde, wie es heute noch vielfach in der Ostkirche \u00fcblich ist. Von da an sind in Ost und West die Altarr\u00e4ume regelm\u00e4\u00dfig durch Chorschranken, <em>cancelli<\/em>, vom Kirchenschiff abgegrenzt. Waren diese zun\u00e4chst aus Holz,\u00a0 so werden sie sp\u00e4ter aus Stein gefertigt und mit meist 4-6 S\u00e4ulen versehen, die einen Querbalken tragen. An diesen Querbalken sind Vorh\u00e4nge befestigt, die w\u00e4hrend des eigentlichen Opfergebets zugezogen wurden.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum christlichen Osten kennen wir im Westen nur wenige Kirchenbauten, die die urspr\u00fcngliche Gestalt der Chorschranken bewahrt haben: v.a. in S. Marco in Venedig, in Sta. Maria in Grado, im Dom von Torcello und S. Giovanni in Argentella in Palombara (Tivoli). In vielen \u00e4lteren Kirchen finden sich jedoch Reste der urspr\u00fcnglichen Chorschranken, die oft in die W\u00e4nde eingelassen sind. In den h\u00f6lzernen schwedischen Stabkirchen, die in sp\u00e4terer Zeit fast nicht ver\u00e4ndert und umgebaut wurden, lassen die Chorschranken noch deutlich ihre alte Gestalt erkennen.<\/p>\n<p>In kleineren Kirchen, in denen kein Platz f\u00fcr eigentliche Chorschranken war, wurde der Vorhang auch einfach an einem h\u00f6lzernen Querbalken aufgeh\u00e4ngt, der in die Seitenw\u00e4nde eingelassen war, wie noch heute in der kleinen Burgkapelle von Hocheppan sichtbar ist.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich war der Altar h\u00e4ufig mit einem Ziborium \u00fcberdacht, an dem ebenfalls Vorh\u00e4nge angebracht waren. Ein bekanntes Beispiel daf\u00fcr ist der Altarbaldachin von S. Ambrogio in Mailand, an dem die Querstangen zur Befestigung der Vorh\u00e4nge noch sichtbar sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_652\" aria-describedby=\"caption-attachment-652\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/07.marie_.delle_.grazie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-652\" title=\"07.marie.delle.grazie\" src=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/07.marie_.delle_.grazie-300x194.png\" alt=\"Sta. Maria delle Grazia: Chorschranke, Gardo\" width=\"300\" height=\"194\" srcset=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/07.marie_.delle_.grazie-300x194.png 300w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/07.marie_.delle_.grazie-1024x662.png 1024w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/07.marie_.delle_.grazie.png 1352w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-652\" class=\"wp-caption-text\">Sta. Maria delle Grazia: Chorschranke, Gardo<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Vorh\u00e4nge bezeugt f\u00fcr den Westen das Sakramentar von Angouleme (um 800), wo es am Schluss der Kirchweihe hei\u00dft: &#8222;Danach werden die Alt\u00e4re bekleidet und die <em>vela templi <\/em>aufgeh\u00e4ngt. (6) Auch Durandus berichtet in seinem Rationale(7) von den beiden Vorh\u00e4ngen an den Chorschranken und am Altarbaldachin. Selbst als im Westen die fr\u00fchchristlichen Vorh\u00e4nge der <em>cancelli <\/em>bzw. des Ziboriumaltars ihren urspr\u00fcnglichen Sinn verloren hatten, weil der Altar nicht mehr verh\u00fcllt wurde, erhielten sie sich noch vielfach als seitliche Vorh\u00e4nge links und rechts des eigentlichen Altarbezirks bis weit in die Gotik hinein. Selbst im Barock sind sie nicht ganz verschwunden: gelegentlich finden sie sich noch als Zierde an den Eing\u00e4ngen zum hinter dem Altar liegenden Teil der Kirche.<\/p>\n<figure id=\"attachment_653\" aria-describedby=\"caption-attachment-653\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/05.burgkapelle.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-653\" title=\"05.burgkapelle\" src=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/05.burgkapelle-300x236.png\" alt=\"Burgkapelle Hocheppan (S\u00fcdtirol)\" width=\"300\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/05.burgkapelle-300x236.png 300w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/05.burgkapelle.png 634w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-653\" class=\"wp-caption-text\">Burgkapelle Hocheppan (S\u00fcdtirol)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der christliche Osten kennt die Vorh\u00e4nge bis heute. Im byzantinischen Ritus sind sie an den heiligen T\u00fcren der <strong>Ikonostase <\/strong>befestigt, wo sie zu bestimmten Teilen des Gottesdienstes &#8211; und immer au\u00dferhalb desselben zugezogen werden. Die armenische Kirche kennt einen gro\u00dfen Vorhang, der w\u00e4hrend des Hochgebets vor dem Altarraum zugezogen wird. Das alttestamentliche Vorbild ist dabei der Tempel zu Jerusalem, wo ebenfalls ein Vorhang das Allerheiligste vom Heiligtum abtrennte. Dieser Vorhang ist bekanntlich beim Tod Jesu zerrissen (vgl. Mt 27,51).<\/p>\n<p>Der Tempelvorhang bewahrte das Allerheiligste mit der Bundeslade vor den Blicken aller, nur der Hohepriester durfte einmal im Jahr das Allerheiligste betreten. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Vorh\u00e4nge der christlichen Kirchen. Sie dienten ebenfalls dazu, den Altar und seinen Raum vor Profanation zu bewahren (&#8222;damit die Menge ihn nicht betrete&#8220;), und zur Wahrung des Mysteriums, das auf ihm gefeiert wurde. So entsprechen sie &#8222;einem in der Religionsgeschichte vielfach zu belegenden menschlichen Bed\u00fcrfnis, Heiliges ehrf\u00fcrchtig zu verh\u00fcllen.(8)<\/p>\n<h2>3. Die Kanonstille<\/h2>\n<p>&#8222;Urspr\u00fcnglich wurde der Kanon laut gebetet oder in einfachem Ton gesungen&#8220;, sagt E. Lengeling im \u00e4lteren Lexikon f\u00fcr Theologie und Kirche(9) und f\u00fchrt als Beleg den heiligen Augustinus an.(10) Das war schon deshalb notwendig, weil die Altarvorh\u00e4nge den Blick zum Altar und auf den Priester w\u00e4hrend des Hochgebets verh\u00fcllten. Im byzantinischen Osten werden auch heute noch wenigstens die wichtigsten Teile der Anaphora laut gesungen. Ansonsten w\u00fc\u00dften die Gl\u00e4ubigen gar nicht, was sich hinter der Ikonostase abspielt und bei welchem Teil des Hochgebets der Priester gerade ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_656\" aria-describedby=\"caption-attachment-656\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/09.hochgebet.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-656 \" title=\"09.hochgebet\" src=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/09.hochgebet-406x1024.png\" alt=\"Te igitur - Beginn das Hochgebets und der Kanonstille\" width=\"244\" height=\"614\" srcset=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/09.hochgebet-406x1024.png 406w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/09.hochgebet.png 447w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-656\" class=\"wp-caption-text\">Te igitur &#8211; Beginn das Hochgebets und der Kanonstille<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8222;Die Anf\u00e4nge einer Kanonstille liegen im syrischen Osten, wo bereits im 5. Jh. die Sitte aufkam, den Priester den Einsetzungsbericht leise sprechen zu lassen. (11) Im lateinischen Westen vollzieht sich der \u00dcbergang zum zun\u00e4chst ged\u00e4mpften und sp\u00e4ter dann leisen Vortrag des Kanons ab dem 8. Jh. W\u00e4hrend der erste r\u00f6mische Ordo noch nach dem Sanctus sagt: &#8222;<em>Quem dum expleverint, surgit pontifex solus et intrat in canone<\/em>&#8220; (W\u00e4hrend sie es vollenden, erhebt sich der Pontifex allein und tritt in den Kanon ein) (12), hei\u00dft es in der ersten fr\u00e4nkischen Bearbeitung dieses Ordo in der Mitte des 8. Jahrhunderts: &#8222;<em>Et incipit canire dissimili voce et me\/odia, ita ut a circumstantibus altare tantum audiatur<\/em>&#8220; (Und er beginnt mit verhaltener Stimme und Melodie zu singen, so da\u00df nur die den Altar Umstehenden es h\u00f6ren).(13)<\/p>\n<p>Es geht also zun\u00e4chst um ein ged\u00e4mpftes Sprechen oder Singen, so da\u00df er von den direkt am Altar Stehenden noch geh\u00f6rt wird. Gesicherte Nachrichten \u00fcber ein stilles Beten des Kanons gibt es ab der Wende zum 9. Jahrhundert. So hat der Ordo secundum Romanos, eine sp\u00e4tkarolingische Bearbeitung des Ordo Romanus I, den Satz ge\u00e4ndert zu: &#8222;<em>surgit solus pontifex et tacito intrat in canonem<\/em>&#8220; (erhebt sich allein der Pontifex und tritt schweigend in den Kanon ein).(14)<\/p>\n<p>Bei dieser Praxis sollte es dann bleiben, &#8222;womit nicht gesagt ist, da\u00df man das Stillbeten schon vor Pius V. \u00fcberall im Sinne v\u00f6llig unh\u00f6rbaren Sprechens verstanden hat.(15) So mahnen auch sp\u00e4ter noch vereinzelt Synoden zu einem deutlichen und bestimmten(16) Vortrag des Kanon an. Der Ordo des Kardinals Stefaneschi fordert um 1311, der Priester m\u00fcssen den Kanon &#8222;mit verhaltener Stimme&#8220; (<em>submissa voce<\/em>) sprechen wie das gemeinsame Sanctus mit Diakon und Subdiakon.(17)\u00a0 So wird auch heute noch in der au\u00dferordentlichen Form die Weihe des Kranken\u00f6ls am Ende des Kanons &#8222;<em>voce demissa<\/em>&#8220; vollzogen. Das Tridentinum spricht bei der Verteidigung der Kanonstille noch von einer &#8222;<em>submissa VOX<\/em>&#8222;.(18) Endg\u00fcltige Vorschrift wurde der &#8222;leise&#8220; (<em>secreto<\/em>) zu vollziehende Vortrag des Kanons erst mit dem Missale Romanum Pius V.<\/p>\n<p>In der Praxis hat sich die Kanonstille jedoch nicht f\u00fcr den ganzen Canon Missae durchhalten k\u00f6nnen. &#8222;Im Mittelalter waren Elevationsges\u00e4nge und laut gesprochene Anbetungsgebete im Umkreis der Konsekration weit verbreitet. In der Neuzeit erklang vielfach nach der Erhebung von Hostie und Kelch das muttersprachliche Nachwandlungslied&#8220;.(19) Im gesungenen Amt sang die Gemeinde das Sanctus, w\u00e4hrend der Priester nach seinem gebeteten Sanctus mit dem Kanon begann, wie es auch das obige Zitat aus dem ersten r\u00f6mischen Ordo schon sagte. Sp\u00e4ter wurden dann Sanctus und Benedictus getrennt gesungen, v.a. in polyphonen Me\u00dfkompositionen, dann aber auch in der Gregorianik, das Sanctus vor der Wandlung, das Benedictus nach der Wandlung. Seit der Aufkl\u00e4rung wurden vielfach volkssprachliche Kirchenlieder w\u00e4hrend der ganzen stillen Messe gesungen, die sich mehr oder weniger gut an die liturgischen Texte anlehnten (vgl. Schubert-Messe), auch w\u00e4hrend des Kanons mit Ausnahme der Wandlung.<\/p>\n<p>Noch uns\u00e4glicher waren die sogenannten Betsingmessen, in denen die liturgischen Ges\u00e4nge durch Lieder ersetzt wurden, w\u00e4hrend der Priester die offiziellen Texte am Altar leise lesen mu\u00dfte. Dazwischen wurden im Wechsel zwischen Vorbeter und Gemeinde volkssprachliche Gebete &#8222;Zum Kirchengebet&#8220;, &#8222;Zum Graduale&#8220; usw. gesprochen. W\u00e4hrend des Kanons selbst wurden Gebete &#8222;Vor der heiligen Wandlung&#8220; und &#8222;Nach der heiligen Wandlung&#8220; mitsamt dem landessprachlichen Vaterunser gebetet. Die Kanonstille war dabei v\u00f6llig zur Wandlungsstille geworden. Diese <strong>deutsche <\/strong>Unsitte blieb bis zum Zweiten Vatikanum an den meisten Orten in Gebrauch. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird (wieder) das ganze Sanctus-Benedictus nach der Pr\u00e4fation w\u00e4hrend des ersten Teils des Kanons vor der Wandlung gesungen. Danach sollte dann Stille herrschen.<\/p>\n<p>&#8222;W\u00e4hrend in der r\u00f6mischen Liturgie das Mysterium tremendum, das sich w\u00e4hrend des Kanons vollzieht, ungef\u00e4hr seit der Jahrtausendwende durch die Kanonstille gewahrt und gesch\u00fctzt bleibt, geht der Osten hierbei andere Wege. W\u00e4hrend des gesamten Hochgebets sind die T\u00fcren der Ikonostase verschlossen, ebenso wie der Vorhang an den T\u00fcren. Das heilige Geschehen bleibt den Augen der Gl\u00e4ubigen verborgen. Daf\u00fcr werden die entscheidenden Passagen des Hochgebets feierlich gesungen: die Einsetzungsworte, auf die die Gl\u00e4ubigen jeweils mit Amen antworten, die Darbringung, sowie bestimmte Teile der F\u00fcrbitten. W\u00e4hrend der \u00fcbrigen still vom Priester gebeteten Teile singen Chor und Volk verschiedene Antiphonen.&#8220;(2o)<\/p>\n<h2>4. Kanonstille zur Wahrung des Mysteriums<\/h2>\n<p>Begr\u00fcndungen f\u00fcr die Kanonstille aus der Zeit ihrer Entstehung sind uns keine bekannt. Erst sp\u00e4ter macht man sich Gedanken \u00fcber ihren Sinn. Es gab ganz verschiedene Begr\u00fcndungen. So schreibt A. Heinz: &#8222;Die &#8230; Kanonstille wurde von den mittelalterlichen Liturgikern(21) aus dem priesterlichen Charakter des Kanons und aus der Heiligen Schrift (z. B. Mt 6,6; 14,23) begr\u00fcndet&#8220;(22). Als wichtiger \u00e4u\u00dferer Grund wird auch die Erm\u00fcdung des Priesters und des Volkes genannt, das die lateinische Sprache nicht mehr versteht, und durch den mit dem Sanctus erweiterten Umfang des Kanons.(23)<\/p>\n<p>Das scheinen sp\u00e4te etwas unbeholfene Versuche zu sein, etwas zu begr\u00fcnden, was man sich nicht mehr genau erkl\u00e4ren konnte. Treffender und richtiger sind wohl Hinweise auf den Schutz vor Profanation. So schreibt Pseudo-Alkuin, die Kanonstille sei dazu da, &#8222;damit so heilige und zu einem so gro\u00dfen Mysterium geh\u00f6rende Worte nicht ver\u00e4chtlich gemacht werden, wenn fast alle sie durch den Gebrauch auswendig behalten und sie auf Pl\u00e4tzen und Stra\u00dfen und an anderen Orten, wo es sich nicht geh\u00f6rt, singen&#8220;(24).\u00a0 Er f\u00fchrt dann eine verbreitete mittelalterliche Legende an, nach der einst Hirten auf dem Feld den Me\u00dfkanon gesungen h\u00e4tten und deshalb von Gott mit dem Tod bestraft worden seien. Diese Legende geht auf Johannes Moschus (+ 619) zur\u00fcck, der sie wohl als erster aufgezeichnet hat. Da werden die Hirtenknaben f\u00fcr ihren Frevel vom Blitz erschlagen.(25) Auch nach Remigius von Auxerre k\u00f6nnen nur durch die Kanonstille die heiligen Worte vor Verunehrung gesch\u00fctzt und der Strafe Gottes vorgebeugt werden(26). Auff\u00e4llig ist der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Wegfall der Altarvorh\u00e4nge und dem Aufkommen der Kanonstille. Auch wenn wir keinen direkten schriftlichen Hinweis auf einen inneren Zusammenhang haben, ist doch der zeitliche vielsagend. So erw\u00e4hnt auch V. Thalhofer im Zusammenhang mit der Kanonstille die alten Altarvorh\u00e4nge, wenn auch in ihrer sp\u00e4teren rudiment\u00e4ren Form: &#8222;Zur Mahnung f\u00fcr den Priester, da\u00df er w\u00e4hrend des Kanons so recht im Allerheiligsten des Neuen Bundes stehe, wurden fr\u00fcher in manchen Kirchen beim Beginn des Kanons rechts und links vom Altar Vorh\u00e4nge vorgezogen&#8220;(27).\u00a0 Auch wenn Thalhofer nicht mehr den urspr\u00fcnglichen Sinn der Altarvorh\u00e4nge und ihre Verwendung kannte, scheint er doch einen inneren Zusammenhang geahnt zu haben. Sowohl die fr\u00fchere Verh\u00fcllung der Alt\u00e4re zur Zeit des Kanons als auch die sp\u00e4tere Kanonstille dienten beide in erster Linie zum Schutz des Allerheiligsten im doppelten Sinn: zum Schutz des Altars und der Eucharistie, die auf ihm gefeiert wurde.<\/p>\n<p>Als in der Westkirche die Altarvorh\u00e4nge au\u00dfer \u00dcbung kamen, mu\u00dfte nun auf andere Weise das Mysterium gewahrt und der Altar vor Profanation gesch\u00fctzt werden. Man ging dementsprechend dazu \u00fcber, das Herzst\u00fcck der Messe, den Kanon, zun\u00e4chst verhalten und dann ganz leise zu sprechen. Welcher dieser beiden Vorg\u00e4nge den anderen verursacht hat, ob also die Kanonstille die Folge der Nichtweiterverwendung der Vorh\u00e4nge war oder umgekehrt, ist heute nicht mehr festzustellen.<\/p>\n<h2>5. Vom (vorl\u00e4ufigen) Ende der Kanonstille<\/h2>\n<p>Eine erste Lockerung der Vorschrift, den Kanon still zu beten, gab es in einer Instruktion der Ritenkongregation vom 3.9.1958, die f\u00fcr Rundfunk\u00fcbertagungen eine &#8222;<em>vox tantisper elevat<\/em>a&#8220; empfahl, also eine leicht erhobene Sprache (28).\u00a0 Das erste Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1964) war die Konstitution \u00fcber die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium. Die Konzilsv\u00e4ter nahmen darin den Gedanken des heiligen Pius&#8216; X. auf, &#8222;der in der aktiven Teilnahme der Gl\u00e4ubigen an der Liturgie, die erste und unerl\u00e4ssliche Quelle echten christlichen Geistes&#8216; (Motuproprio &#8222;Tra le sollecitudini&#8220; 22.11.1912) und somit der inneren Erneuerung der Kirche sah&#8220;(29).<\/p>\n<p>So wird in der Konstitution als eines der grundlegenden Prinzipien der Liturgie die &#8222;volle, bewu\u00dfte und t\u00e4tige Teilnahme (actuosa participatio) an den liturgischen Feiern&#8220; (SC 14) genannt. A. Bugnini macht diese Aussage sogar zum &#8222;Schl\u00fcssel der Liturgiereform&#8220;: &#8222;Die Teilnahme des Gottesvolkes an der liturgischen Feier und seine aktive Hineinnahme sind letzter Zweck der Reform&#8220;(3o). Mit Recht wird darauf hingewiesen, da\u00df actuosus (lebhaft) nicht gleichbedeutend mit activus (t\u00e4tig) ist. Eine lebhafte innere Teilnahme verlangt nicht notwendig nach \u00e4u\u00dferer Aktivit\u00e4t, sie kann auch im Schweigen bestehen. So ging die Liturgiekonstitution wie selbstverst\u00e4ndlich vom Fortbestand der Kanonstille aus: &#8222;Die Empfehlung, das heilige Schweigen zu seiner Zeit einzuhalten, wie es die Instruktion der Ritenkongregation vom 3. September 1958, Nr. 25e und f f\u00fcr die Zeit der Wandlung fordert und nachher bis zum Pater noster empfiehlt &#8230; , wurde auf Wunsch eines Konzilsvaters von der Liturgiekommission dem Entwurf hinzugef\u00fcgt&#8220;(31) &#8222;Zumindest sollte die Wandlung still vollzogen werden und nach M\u00f6glichkeit bis zum Pater noster heiliges Schweigen die Herzmitte der heiligen Messe umgeben, so wie die Konzilsv\u00e4ter es vom 1962er Missale her kannten.&#8220;(32)<\/p>\n<p>Hielt das Konzil also noch prinzipiell an der Kanonstille fest, so sollte sich das bald \u00e4ndern. Der neugeschaffene Ritus der Konzelebration sah bereits den Vortrag des Kanons &#8222;elata voce&#8220; (mit erhobener Stimme) oder &#8222;cantu&#8220; (gesungen) vor (Nr. 37-40). Noch weiter ging die Instruktion Tres abhinc annos zur Durchf\u00fchrung der Liturgiekonstitution vom 4. Mai 1967. &#8222;Zwar sieht sie noch die Kanonstille als die normale Form vor, doch erlaubt sie dem Priester in Messen mit dem Volk pro opportunitate (gegebenenfalls) das Eucharistische Gebet laut (intelligibili voce) zu sprechen.<\/p>\n<p>Die wenige Wochen danach erschienene Instruktion Eucharisticum mysterium vom 25. Mail 1967 wiederholt diese M\u00f6glichkeit. Erst der Ordo Missae Pauls VI., der von ihm am 3. April mit der Apostolischen Konstitution Missale Romanum approbiert worden ist und vom 30. November 1969 an in der Katholischen Kirche des Lateinischen Ritus Geltung hat, sieht die Kanonstille nicht mehr vor. Wie die anderen Pr\u00e4sidialgebete (Collecta, Oratio super oblata, Oratio post communionem) soll auch das Eucharistische Hochgebet laut und deutlich (clara et elata voce) gesprochen und von den Gl\u00e4ubigen geh\u00f6rt werden (auscultentur).&#8220;(33).\u00a0 Das war das vorl\u00e4ufige Ende einer mehr als tausendj\u00e4hrigen \u00dcbung der r\u00f6mischen Kirche, die die V\u00e4ter des Zweiten Vatikanischen Konzils keineswegs abschaffen wollten, wie wir oben sahen.<\/p>\n<p>Vorl\u00e4ufig nennen wir das Ende, weil seit dem Motu Proprio Summorum Pontificum der r\u00f6mische Ritus in zwei Ausdrucksformen besteht, der ordentlichen nach dem Me\u00dfbuch Pauls VI. von 1969 und der au\u00dferordentlichen nach dem Me\u00dfbuch des seligen Papstes Johannes XXIII. von 1962, das weiterhin die Kanonstille kennt. Da nach Aussage Papst Benedikts XVI. die beiden Formen sich gegenseitig bereichern sollen,(34) ist die Zukunft der Kanonstille wieder offen.<\/p>\n<h2>6. Benedikt XVI. und die Kanonstille und weitere neuere Begr\u00fcndungen<\/h2>\n<p>In der nachkonziliaren Praxis ist die Euphorie dar\u00fcber, da\u00df der Kanon durch den lauten Vortrag &#8222;seine urspr\u00fcngliche Funktion als \u00f6ffentliches Hochgebet des Volkes vor Gott&#8220; wiedererlangt hat, inzwischen l\u00e4ngst verflogen. Deutsche Liturgiewissenschaftler beklagen vielmehr: &#8222;Der volkssprachliche, laute Vollzug der bestehenden Hochgebete ist f\u00fcr die Teilnehmer erm\u00fcdend und l\u00e4\u00dft gerade den H\u00f6hepunkt der gesamten Feier zu einem emotionalen Tiefpunkt werden&#8220;(35).<\/p>\n<p>Der jetzige Papst Benedikt XVI. nahm das in &#8222;Vom Geist der Liturgie&#8220; zum Anla\u00df \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer Kanonstille auch in der ordentlichen Form der Messe nachzudenken: <em>&#8222;Inzwischen haben die deutschen Liturgiker bei ihren Bem\u00fchungen f\u00fcr eine Reform des Missale selbst ausdr\u00fccklich bekundet, da\u00df ausgerechnet der H\u00f6hepunkt der Eucharistiefeier, das Hochgebet, zu ihrem eigentlichen Krisenpunkt geworden ist. Man hatte dem seit der Reform zun\u00e4chst durch die Erfindung fortw\u00e4hrend neuer Hochgebete zu begegnen gesucht und ist damit immer noch weiter <strong>ins Banale<\/strong> abgesunken. Die Vermehrung der W\u00f6rter hilft nicht, das ist inzwischen allzu offenkundig. Die Liturgiker schlagen nun mancherlei Hilfen vor, die durchaus Bedenkenswertes enthalten. Aber soweit ich sehen kann, sperren sie sich nach wie vor gegen\u00fcber der M\u00f6glichkeit, da\u00df auch Stille, gerade Stille Gemeinschaft vor Gott bilden kann. Es ist doch kein Zufall, da\u00df man in Jerusalem schon sehr fr\u00fch Teile des Kanons still gebetet hat und da\u00df im Westen die Kanonstille &#8211; zum Teil \u00fcberlagert von meditativem Gesang &#8211; zur Norm geworden war. Wer dies alles nur als Folge von Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen abtut, macht es sich zu leicht. Es ist gar nicht wahr, da\u00df der vollst\u00e4ndige, ununterbrochene laute Vortrag des Hochgebetes die Bedingung f\u00fcr die Beteiligung aller an diesem zentralen Akt der Eucharistiefeier sei. Mein Vorschlag von damals (1978, Anm. d. Verf.) war:\u00a0 Zum einen mu\u00df liturgische Bildung erreichen, da\u00df die Gl\u00e4ubigen die wesentliche Bedeutung und die Grundrichtung des Kanons kennen. Zum anderen sollten etwa die ersten Worte der einzelnen Gebete gleichsam als Stichwort f\u00fcr die versammelte Gemeinde laut gesprochen werden, so da\u00df dann das stille Gebet jedes Einzelnen die Intonation aufnehmen und das Pers\u00f6nliche ins Gemeinsame, das Gemeinsame ins Pers\u00f6nliche hineintragen kann&#8220;<\/em>(36).<\/p>\n<p>Der damalige Kardinal Ratzinger gibt eine Reihe von Gr\u00fcnden an, die f\u00fcr ein heiliges Schweigen in der Liturgie und f\u00fcr die Kanonstille im besonderen sprechen. Mit dem Argument, das Schweigen lasse besonders deutlich den Geheimnischarakter der Liturgie erfahren, kn\u00fcpft er an das alte Argument von der Wahrung des Mysteriums an: &#8222;Immer deutlicher werden wir inne, dass zur Liturgie auch das Schweigen geh\u00f6rt. Dem redenden Gott antworten wir singend und betend, aber das gr\u00f6\u00dfere Geheimnis, das \u00fcber alle Worte hinausgeht, ruft uns auch ins Schweigen. Freilich, es muss ein gef\u00fclltes Schweigen sein, mehr als Abwesenheit von Rede und Aktion. Von der Liturgie erwarten wir uns gerade dies, dass sie uns die positive Stille gibt, in der wir zu uns selber finden &#8211; die Stille, die nicht blo\u00df Pause ist, in der uns tausend Gedanken und W\u00fcnsche \u00fcberfallen, sondern Einkehr, die uns von innen her Frieden gibt, uns aufatmen l\u00e4sst, das versch\u00fcttete Eigentliche aufdeckt.&#8220;(37)<\/p>\n<p>\u00c4hnlich argumentiert M. Gaudron, wenn er sagt, Kanonstille und lateinische Liturgiesprache seien &#8222;ein Ausdruck der Unbegreiflichkeit und Unaussprechlichkeit der Geheimnisse, die sich hier vollziehen. &#8218;&#8220; Die Stille disponiert au\u00dferdem zur Sammlung und zur Anbetung. So wichtig das gemeinsame Gebet ist, so ist es doch sehr angemessen, da\u00df es im Me\u00dfritus auch die Gelegenheit gibt, ehrf\u00fcrchtig und schweigend vor dem Geheimnis Gottes niederzufallen.&#8220;(38) Weiter betont letzerer, dass die Kanonstille wichtig ist f\u00fcr ein rechtes Verst\u00e4ndnis vom Priestertum und das Verh\u00e4ltnis vom allgemeinen Priestertum der Gl\u00e4ubigen zum sakramentalen Priestertum: &#8222;Der Priester alleine verwandelt Brot und Wein und setzt damit das Kreuzopfer gegenw\u00e4rtig, das Volk tr\u00e4gt dazu nichts bei. Darum verl\u00e4\u00dft der Priester durch die Stille gewisserma\u00dfen das Volk, um in das Allerheiligste einzutreten. Damit gleicht er Christus, der sein Opfer auf Golgatha allein darbrachte: ,Die Kelter trat ich allein&#8216; (ls 63, 3). Das Volk soll sich zwar dem Opfer des Priesters anschlie\u00dfen und sowohl Christus als auch sich selbst dem ewigen Vater aufopfern, aber an der Gegenw\u00e4rtigsetzung des Kreuzesopfers hat es keinen Anteil.&#8220;(39)<\/p>\n<p>Seit dem Konzil wird vielfach der Gemeinschaftscharakter der Liturgie betont, der angeblich erst in der ordentlichen Form des r\u00f6mischen Ritus erfahrbar sei. Doch auch unter diesem Aspekt kann gerade die Kanonstille hilfreich sein. &#8222;Wenn die wahrhaftige Gemeinschaft, jene Form, welche ihr zutiefst zu eigen ist und welche ihr angemessen ist, jene der betenden Zuwendung zu Gott ist, mu\u00df man auch beachten, was dieser f\u00f6rderlich und was abk\u00f6mmlich ist. Denn nicht zuletzt h\u00e4ngt diese auch von \u00e4u\u00dferlichen Rahmenbedingungen ab. Hierf\u00fcr scheint mir die Kanonstille geradezu eine Voraussetzung zu sein. Wenn der gesamte Kanon jedes Mal laut durch den Priester rezitiert wird, wird das pers\u00f6nliche Gebet, das eigene ln-Kontakt-Treten mit Gott in seinem Keim erstickt. Man h\u00f6rt mehr oder minder aufmerksam zu, aber man betet nicht wirklich. Gerade wenn die Messe laut rezitiert wird, verkommt der Anteil des Einzelnen zu einem reinen ,H\u00f6ren der Messe&#8216;. Dies war oft eine schwere Anklage gegen die ,alte&#8216; Messe: man &#8222;tut&#8220; nichts, man nimmt nicht wirklich (Anteil), man h\u00f6rt sie ja nur. Doch trifft dieser Vorwurf viel eher auf eine laut rezitierte Messe zu, weil sie den Einzelnen ja gar nicht erst aktiv in das betende Geschehen eindringen l\u00e4\u00dft. Da\u00df es \u00e4u\u00dferlich still ist, bedeutet nicht, da\u00df die Gl\u00e4ubigen nichts tun, ist aber eine Voraussetzung daf\u00fcr das Rechte \u00fcberhaupt tun zu k\u00f6nnen.&#8220;(4o)<\/p>\n<h2>7. Zusammenfassung und Ausblick<\/h2>\n<p>Seit nach der Konstantinischen Wende die Kirche nicht mehr verfolgt wurde und deshalb nicht l\u00e4nger eine Gemeinschaft von &#8222;Idealisten&#8220; war, versp\u00fcrte man die Notwendigkeit, den Altar und seinen Raum vor Profanation zu sch\u00fctzen und so das Mysterium zu wahren. Zu diesem Zweck wurde zun\u00e4chst (auch schon vor Konstantin) der Altarraum mit Schranken vom \u00fcbrigen Kirchenschiff abgetrennt, &#8222;damit die Menge ihn nicht betrete&#8220;. Dann wurden vor dem Altarraum und am eventuellen Altarbaldachin Vorh\u00e4nge angebracht, die v.a. w\u00e4hrend des Hochgebets vorgezogen wurden. &#8222;Dieses Anliegen (Heiliges ehrf\u00fcrchtig zu verh\u00fcllen) hat sich im Christentum nicht nur gegen\u00fcber Ungl\u00e4ubigen und den noch nicht voll Eingegliederten in der Ausbildung der Arkandisziplin ausgewirkt, sondern auch gegen\u00fcber den Gl\u00e4ubigen, insofern das Herzst\u00fcck der Eucharistiefeier mehr und mehr zu einer ehrf\u00fcrchtig verh\u00fcllten, dem einfachen Gl\u00e4ubigen nicht mehr zug\u00e4nglichen Kultfeier umgestaltet wurde.&#8220;(41)<\/p>\n<p>Man erachtete diese Entwicklung damals als notwendig, nachdem die damalige bekannte Welt mehr und mehr christlich wurde und somit auch mehr &#8222;Laue&#8220; zur Gemeinde geh\u00f6rten. Als im Westen die Altarvorh\u00e4nge au\u00dfer \u00dcbung kamen, ging man dazu \u00fcber, das Herzst\u00fcck der Messe, den Kanon mit der Wandlung der Gaben, zun\u00e4chst verhalten und dann ganz leise zu sprechen.<\/p>\n<p>So wollte man ihn vor Profanation sch\u00fctzen und seinen Mysteriencharakter wahren. Jeder Gefahr einer Banalisierung sollte so vorgebeugt werden, damit das Hochgebet der Messe nicht zum ihrem &#8222;eigentlichen Krisenpunkt&#8220; werden k\u00f6nnte. Welcher dieser beiden Vorg\u00e4nge den anderen verursacht hat, ob also die Kanonstille die Folge der Nichtweiterverwendung der Vorh\u00e4nge war oder umgekehrt, ist heute nicht mehr festzustellen.<\/p>\n<p>Als nach mehr als einem Jahrtausend die Kanonstille bei der Liturgiereform im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils abgeschafft wurde, ergab sich, da\u00df der laut gebetete Kanon zu einem &#8222;emotionalen Tiefpunkt&#8220; der Messe wurde. Vor allem der sp\u00e4tere Papst Benedikt XVI., aber auch andere Theologen nahmen sich dieses Problems an und dachten neu \u00fcber die Bedeutung des heiligen Schweigens und die Kanonstille nach. Neben der alten, nunmehr leicht variierten Begr\u00fcndung zur Wahrung des Mysteriencharakters des Hochgebets der Messe erkennt man auch ihre Bedeutung f\u00fcr ein rechts Verst\u00e4ndnis des Priestertums der Kirche, aber auch als Ausdruck des Gemeinschaftscharakters der heiligen Liturgie.<\/p>\n<p>Seit Summorum Pontificum hat die Kanonstille wieder ihren legitimen Platz im r\u00f6mischen Ritus. Ob die vom Papst gew\u00fcnschte gegenseitige Befruchtung der beiden Formen des einen r\u00f6mischen Ritus ihr auch in der ordentlichen Form einen Platz geben wird, wird die Zukunft zeigen. Lassen wir zum Schlu\u00df noch einmal dem heutigen Papst Benedikt XVI. das Wort \u00fcber den still gebeteten Kanon als &#8222;geisterf\u00fclltes Beten&#8220;, in dem die ganze betende Gemeinde vereint ist: &#8222;Wer je eine im stillen Kanongebet geeinte Kirche erlebt hat, der hat erfahren, was wirklich gef\u00fclltes Schweigen ist, das zugleich ein lautes und eindringliches Rufen zu Gott, ein geisterf\u00fclltes Beten darstellt. Hier beten wirklich alle gemeinsam den Kanon, wenn auch in der Bindung an den besonderen Auftrag des priesterlichen Dienstes. Hier sind alle geeint, von Christus ergriffen, vom heiligen Geist hineingef\u00fchrt ins gemeinsame Gebet vor dem Vater, das das wahre Opfer ist &#8211; die Gott und Welt vers\u00f6hnende und einende Liebe.&#8220;(42)<\/p>\n<figure id=\"attachment_657\" aria-describedby=\"caption-attachment-657\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/10.supplices.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-657\" title=\"10.supplices\" src=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/10.supplices-1024x687.png\" alt=\"Canon-Illustration, Sakramentar um 1000 (Reichenauer Schule)\" width=\"640\" height=\"429\" srcset=\"http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/10.supplices-1024x687.png 1024w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/10.supplices-300x201.png 300w, http:\/\/omnia.alte-messe-bistum-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/10.supplices.png 1339w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-657\" class=\"wp-caption-text\">Canon-Illustration, Sakramentar um 1000 (Reichenauer Schule)<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>(1)AEM (allgemeine Einf\u00fchrung in das Me\u00dfbuch) 23. In der Vorabpublikation der jetzigen Grundordnung des r\u00f6mischen Me\u00dfbuchs hei\u00dft es nun unter der \u00dcberschrift &#8222;Das Schweigen&#8220;: &#8222;Auch das heilige Schweigen ist als Teil der Feier zu gegebener Zeit zu halten. Sein Charakter h\u00e4ngt davon ab, an welcher Stelle der Feier es vorkommt. Beim Bu\u00dfakt und nach einer Gebetseinladung besinnen sich alle f\u00fcr sich; nach einer Lesung oder nach der Homilie bedenken sie kurz das Geh\u00f6rte; nach der Kommunion loben sie Gott und beten zu ihm in ihrem Herzen&#8220; (45).<\/p>\n<p>(2) AEM 55. Grundordnung 78: &#8222;Das Eucharistische Hochgebet verlangt, da\u00df alle es ehrf\u00fcrchtig und schweigend anh\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p>(3) Wenn wir von Kanonstille in der au\u00dferordentlichen Form der r\u00f6mischen Messe sprechen, dann mu\u00df dazu gesagt werden, da\u00df es eine absolute Kanonstille nicht gibt. In den Generalrubriken des Missale Romanum (XVI, 2) wird das secreto als ein dem Zelebranten selbst noch h\u00f6rbares Sprechen erkl\u00e4rt. Er darf also den Canon missae nicht einfach nur lesen, sondern er mu\u00df ihn f\u00fcr sich selber h\u00f6rbar sprechen.<\/p>\n<p>(4)Vg.: K. Gamber, Liturgie und Kirchenbau. Studien zur Geschichte der Me\u00dffeier und des Gotteshauses in der Fr\u00fchzeit, Regensburg 1976, 140.<\/p>\n<p>(5) Eusebius, Historia ecclesiastice, X 4.<\/p>\n<p>(6)Vgl. L, Ouchesne, Origines du culte chretien, Paris,31903, 485.<\/p>\n<p>(7) Ourandus, Rationale divinorum officiorum 1,3 Oe picturis n. 35.<\/p>\n<p>(8)A. Heinz, Schweigen &#8211; Stille, in Gottesdienst der Kirche, Teil 3, Regensburg 21990, 247.<\/p>\n<p>(9) E. Lengeling, Kanon der hl. Messe, in: LThK 2V, 1286.<\/p>\n<p>(10) Augustinus, Contra litt. Petil. 11 30: PL43,281.<\/p>\n<p>(11) A. Heinz, aaO.<\/p>\n<p>(12)Ordo rom. I n. 16 (Andrieu 11, 95).<\/p>\n<p>(13) Capitulare eccl. ord. (Andrieu 111, 103).<\/p>\n<p>(14) Ordo sec. Rom. n.10 (Andrieu 11, 221).<\/p>\n<p>(15) J. A. Jungmann, Missarum sollemnia. Eine genetische Erkl\u00e4rung der r\u00f6mischen Messe, Bd. 11, Freiburg 41958, 131.<\/p>\n<p>(16) rotunde et distincte, vgl. J. A. Jungmann, Missarum sollemnis. Eine genetische Erkl\u00e4rung der r\u00f6mischen Messe, Bd. 11, Freiburg i. Br. 41958, 131.<\/p>\n<p>(17) Ordo des Kard. Stefaneschi n. 53 (PL 78, 1165).<\/p>\n<p>(18) Conc. Trid. sess. XII, 9 (DH 1759).<\/p>\n<p>(19) A. Heinz, aaO, 248.<\/p>\n<p>(20) Martin Reinecke, Einheit in Vielfalt. Eine R\u00fcckbesinnung auf das Erbe der ungeteilten Kirche des 1.\u00a0 Jahrtausends, in: Dominus Vobiscum, Magazin der Laienvereinigung f\u00fcr den klassischen r\u00f6mischen Ritus in der Katholischen Kirche Nr. 1, August 2010, 39.<\/p>\n<p>(21)z. B. Amalarius, Lib. officialis 111 23, 8-12; EcI. 24; Exp. II 13; SteT 139 [1949] 331, 140 [1950] 255.f; Florus Diac. Exp. Missae 42f PL 119, 42 C<\/p>\n<p>(22) LThK, aaO.<\/p>\n<p>(23) Vgl. Honorius Augustodunensis, Gemma I 103 (pL 172, 577 B).<\/p>\n<p>(24) Alkuin, De div. off. c. 40.: ne verba tam sacra et ad tantum mysterium pertinentia vilescerent, dum pene omnes per usum ea retinentes per vicos et plateas aliisque in loGis, ubi non conveniret, ea decantarent.<\/p>\n<p>(25) Johannes Moschus, Pratum spirituale c. 196 (PL 74, 225f.).<\/p>\n<p>(26) Vgl. Remigius von Auxerre, Expositio, PL 101,1256D.<\/p>\n<p>(27) V. Thalhofer, Handbuch der katholischen Liturgik. Zweite. v\u00f6llig umgearbeitet und vervollst\u00e4ndigte Auflage von L. Eisenhofer, Bd.ll, Freiburg i. B. 1912,137.<\/p>\n<p>(28) AAS 50 [1958] 653.<\/p>\n<p>(29) A. Bugnini, Die Liturgiereform. 1948-1975 Zeugnis und Testament, Freiburg i. Br. 1988, 26.<\/p>\n<p>(30) ESD., 25.<\/p>\n<p>(31) E.J. LENGELlNG, Reihe Lebendiger Gottesdienst. Die Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils \u00fcber die heilige Liturgie. Lateinischdeutscher Text mit einem Kommentar von Emil Joseph Lengeling, (Heft 5\/6) M\u00fcnster 1964, 65.<\/p>\n<p>(32) G. P. Weishaupt, P\u00e4pstliche Weichenstellungen. Das Motu Proprio Summorum Pontificum Papst Benedikts XVI. und der Begleitbrief an die Bisch\u00f6fe. Ein kirchenrechtlicher Kommentar zu einer &#8222;Reform der Reform&#8220;, Bonn 2010, 194.<\/p>\n<p>(33) Ebd.<br \/>\n(34) Benedikt XVI., Begleitbrief an die Bisch\u00f6fe, in: AAS 9 (2007) 797, 24-25.<\/p>\n<p>(35) Studien und Entw\u00fcrfe zur Me\u00dffeier. Texte der Studienkommission f\u00fcr die Me\u00dfliturgie und das Me\u00dfbuch, hrsg. von E. Nagel u.a., Freiburg i. Br. 1995, 263<\/p>\n<p>(36) J. Ratzinger, Gesammelte Schriften. Theologie der Liturgie, Bd. 11, Freiburg i. Br. 2008, 181-182.<\/p>\n<p>(37) Ebd,176-177.<\/p>\n<p>(38) M. Gaudron, Die Messe aller Zeiten. Ritus und Theologie des Me\u00dfopfers, Alt\u00f6tting 2006, 107.<\/p>\n<p>(39) Ebd.,106<\/p>\n<p>(40) M. Gurtner, Reflexionen zur Theologie der Liturgie. Liturgie als Vorwegnahme des Himmels auf Erden, Aadorf 2009,97-98.<\/p>\n<p>(41) A. Heinz, aaO. 247.<\/p>\n<p>(42) J. Ratzinger, ebd., 182.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die zentrale Lage der Stiftskirche in Neustadt erfreut sich die HL. Messe im au\u00dferordentlichen Ritus dort stetig einer gro\u00dfen Zahl von Neugierigen. 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