Pater Brown IV

„…ich möchte“, sagte Pater Brown, „dass Sie die Diamanten zurück geben, Flambeau. Und ich möchte, dass Sie dieses Leben aufgeben. Noch besitzen Sie Jugend und Ehre und Humor, glauben Sie aber ja nicht, dass das in ihrem Gewerbe so bleibt!
Vielleicht kann man sich auf einer Stufe des Guten halten, aber noch keinem Menschen ist es geglückt sich auf einer Stufe des Bösen zu halten. Dieser Weg führt immer weiter abwärts.

Aus: Die besten Pater Brown Geschichten

Pater Brown

»Einer von ihnen liegt oben tot in seinem Zimmer.«
Einen Augenblick lang herrschte eine erschreckende Stille im Raum. Es mag sein – so außergewöhnlich ist das Wort Tod -, dass jeder dieser Müßiggänger für einen Moment in seine Seele schaute und nichts erblickte als eine winzig kleine, vertrocknete Erbse. Einer von ihnen, wahrscheinlich der Herzog, fragte sogar mit der einfältigen Liebenswürdigkeit des Reichtums: »Können wir irgend etwas für ihn tun?«

Gilbert Keith Chesterton: Pater Brown – Die seltsamen Schritte

Pater Brown

»Weil Silber manchmal mehr wert ist als Gold«, sagte der Priester milde, »jedenfalls in großen Mengen.« Der Fremde sah ihn neugierig an. Dann blickte er noch neugieriger den Flur entlang in Richtung des Haupteingangs. Daraufhin schaute er wieder Brown an und musterte dann eingehend das Fenster über dessen Kopf, durch das immer noch die Abendröte nach dem Sturm zu erkennen war. Plötzlich schien er einen Entschluss zu fassen. Er stützte sich mit einer Hand auf den Tisch, schwang sich so behende wie ein Akrobat hinüber, pflanzte sich vor dem Priester auf und packte ihn mit einer seiner riesigen Pranken beim Kragen.
»Keine Bewegung«, stieß er flüsternd hervor. »Ich will Ihnen nicht drohen, aber-«
»Ich will Ihnen drohen«, sagte Pater Brown mit einer Stimme, die wie Donner grollte. »Ich will Ihnen drohen mit dem Wurm, der nicht stirbt, und dem Feuer, das nicht verlöscht.«
»Sie sind mir ein schöner Garderobier«, erwiderte der andere. »Ich bin Priester, Monsieur Flambeau«, sagte Brown, »und bereit, Ihre Beichte anzuhören.« Der andere schnappte einige Sekunden nach Luft, dann ließ er sich taumelnd auf einen Stuhl fallen.

Gilbert Keith Chesterton: Pater Brown – Die seltsamen Schritte

Pater Brown

Er hielt seinen Detektivverstand für ebenso fähig wie den des Verbrechers, was der Wahrheit entsprach. Aber er war sich des eigenen Nachteils deutlich bewusst. »Der Verbrecher ist der schaffende Künstler, der Detektiv dagegen nur der Kritiker«, sagte er mit einem bitteren Lächeln und führte seine Kaffeetasse langsam zum Mund, setzte sie jedoch sehr schnell wieder ab. Er hatte Salz hineingestreut.

Gilbert Keith Chesterton: Pater Brown – Das blaue Kreuz