Das entfesselte Evangelium

Nach einem Vortrag von Johannes Hartl 2018

Stellt euch vor, es gäbe ein Land, in dem alle Menschen arm sind. Ein guter König hätte einen Sack mit sehr kostbaren Münzen ausgeteilt und bereits eine solche Münze würde einen Menschen komplett reich machen können. Der König ist so großzügig, dass er diese Münzen freigiebig austeilt. Und stellt euch vor, der gleiche König hätte einen Gegenspieler, der nicht will, dass die armen Leute diese echten Münzen bekommen und reich werden. Deswegen produziert er Plastikmünzen, die gar nichts wert sind, aber den echten Münzen sehr ähnlich sehen. Von jenen produziert er noch viel mehr und streut sie unters Volk. Was würde passieren? Das entfesselte Evangelium weiterlesen

Kann Gott sichtbar werden in der Welt?

In den letzten Worten Jesu an seine Jünger, den sogenannten Abschiedsreden, ist alles enthalten, was das göttliche Geheimnis, die Beziehung der drei göttlichen Personen untereinander ausmacht. Und Jesus lässt gleichzeitig aufleuchten, dass wir in diese Beziehung mit hineingenommen sind, wenn wir lieben.
Der kurze Teil dieses Ausschnitts schenkt den Schlüssel dazu, wie wir am göttlichen Leben teilhaben können. Der Weg zu Gott ist nach Jesu eigenem Wort eng an das Bewahren seines Wortes, das Halten der Gebote geknüpft, weil sie der Weg zu mehr Liebe und Achtsamkeit sind. Darauf folgt sogleich die Zusage, dass der Vater kommen und Wohnung nehmen wird. Offenbarung heißt nichts anderes, als dass Gott sein göttliches Leben mitteilt und sich in Liebe verschenkt, an jeden, der sich der Liebe öffnet, so dass der, in dem Gott wohnt, zu einer Offenbarung der Liebe Gottes wird.

Text: Veronika

Medien-Datei (audio/mp3, 21.7 MB)

Novene zur Mutter vom guten Rat

O liebe Mutter vom Guten Rat!

Du hast im Rosenkranzmonat des Kriegsjahres 1944 durch dieses wieder aufgefundene Gnadenbild in Wörth a.d. Isar eine neue Gnadenstätte aufgerichtet. Du hast durch den Oberhirten den Priestern und Gläubigen empfohlen, ihre Zweifel, Ängste und Sorgen vor diesem Bilde Deinem Unbefleckten Herzen anzuvertrauen,
Du hast vielen an Leib und Seele geholfen,
Du hast Schwerkranke wieder gesund gemacht,
Du hat Vermißte und Gefangene heimgeführt,
Du hast oft in augenscheinlicher Todesgefahr Rettung gebracht,
Du hast Müttern in ihrer schweren Stunde wunderbar geholfen,
Du hast viele Verzweifelte mit neuem Mut, ja mit heiliger Freude erfüllt
Du hast den Familien, die Dein Bild verehrten, in auffallender Weise Ruhe, Frieden und Zufriedenheit geschenkt
Du hast hoffnungslos zerrissene Ehen wieder glücklich gemacht
Du hast Heimatvertriebenen und Unglücklichen aller Art die Gnade erlangt, dass sie ihr Leid als Segen erkennen lernten,

Du hast uns belehrt,
daß es besser ist, durch geduldiges Ertragen und Dienen anderen zu helfen, als selber Hilfe zu finden,
daß es besser ist andere zu trösten, als selber getröstet zu werden,
daß es besser ist, in demütigem Dienen und Lieben für andere sich hinzuopfern, als geliebt zu werden,
daß es besser ist, zu verzeihen und Barmherzigkeit zu üben, als sein gutes Recht zu bekommen,
daß es größeres ist, mit dem gekreuzigten Jesus und Dir, schmerzensreiche Mutter, täglich das Kreuz liebend zu umfangen, als vom Kreuze Loszukommen,
daß Deine treuesten Diener von Dir die kostbarsten Gnadengeschenke bekommen – die Kreuze,
daß immer ein besonderer Segen bevorsteht, wenn die Hölle zu besonders heftigem Sturm ansetzt.

O Maria, Du Mutter unseres Erlösers, Du Ausspenderin aller Gnaden, Du Zuflucht aller Armen!
Dein Rat kann das Schlimmste zum Guten wenden, Deine erbarmende Liebe stößt keinen Sünder zurück, Deine mächtige Fürbitte kann versteinerte Herzen erweichen und aus jedem Bösewicht einen Heiligen machen, erbitte mir vor allem die Gnade, daß ich erkenne, wie viel ich in meinem ganzen Leben gefehlt habe wie viel Strafe ich verdient habe, hilf daß ich meine Sünden ernsthaft bereue und mein Leben bessere. Hilf auch, daß ich die Fehler meiner Mitmenschen im Geiste der Buße und Liebe ertrage, die kurze Zeit meines Lebens zu guten Werke nutze und verdiene, mit Dir, himmlische Mutter, die Barmherzigkeit Gottes ewig zu preisen. AMEN.

Litanei zu Unserer Lieben Frau vom guten Rat

Herr, erbarme dich unser – Christus, erbarme dich unser
Herr, erbarme dich unser, Christus, höre uns – Christus erhöre uns
Gott Vater vom Himmel – erbarme dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott
Heilige Maria – bitte für uns
Heilige Gottesmutter
Heilige Jungfrau über allen Jungfrauen
Mutter Christi
Mutter des guten Rates
Du Tochter des himmlisches Vaters
Du Mutter des göttlichen Sohnes
Du Braut des Heiligen Geistes
Du Tempel der Heiligsten Dreifaltigkeit
Du Sitz der Weisheit
Du Arche des Bundes
Du Königin der Engel
Du Zierde der Propheten
Du Ratgeberin der Apostel
Du Ratgeberin der Märtyrer
Du Rategebrin der Bekenner
Du Ratgeberin der Jungfrauen
Du Ratgeberin aller Heiligen
Du Ratgeberin der Bedrängten
Du Ratgeberin der Betrübten
Du Ratgeberin der Kranken
Du Ratgeberin der Armen
Du Ratgeberin der Witwen und Waisen
Du Ratgeberin aller Notleidenden
Du Ratgeberin in allen Gefahren
Du Ratgeberin in allen Versuchungen
Du Ratgeberin in allen Ängsten und Zweifeln
du Ratgeberin der sich bekehrenden Sünder
Du Ratgeberin der Sterbenden
In allen Nöten und Anliegen – erteile uns guten Rat
In allen Zweifeln und Verwirrungen
In allen Betrübnissen und Widerwärtigkeiten
In allen Gefahren und Unglücksfällen
In allen Unternehmungen und Geschäften
In allen unseren Bedürfnissen
In jeder Ungewissheit und Unsicherheit
In allen Versuchungen und Nachstellungen
In Kreuz und Leiden
In allen Gefahren des Leibes und der Seele
In allen Vorfällen dieses Lebens
In der Stunde unseres Todes
Heilige Maria, du Mutter des guten Rates
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – verschone uns, o Herr
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erhöre uns, o Herr
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erbarme dich unser, o Herr
Bitte für uns, o Mutter des guten Rates – auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Lasset uns beten:
Gott, du hast die Mutter deines geliebten Sohnes auch uns zur Mutter gegeben. Wir bitten dich, gewähre, dass wir in treuer Befolgung ihrer mütterlichen Ermahnungen nach deinem Herzen leben und glücklich zum himmlischen Vaterland gelangen, durch Christus, unseren Herrn. Amen

Alles möcht ich dir erzählen,

Alles möcht ich dir erzählen,
alle Sorgen, die mich quälen,
alle Zweifel, alle Fragen,
möcht ich Mutter, zu dir tragen.

Wege, die ich selbst nicht kenne,
liebe Namen, die ich nenne,
Schuld, die ich mir aufgeladen,
andern zugefügten Schaden.

Ärgernis, so ich gegeben,
all mein Wollen, all mein Streben,
mein Beraten, mein Verwalten,
mein Vergessen, mein Behalten.

Mein Begehren, mein Verzichten,
und mein Schweigen und mein Richten,
alle kleinen Kleinigkeiten,
die so oft mir Müh` bereiten.

Jedes Lassen, jede Tat,
Mutter, dir, vom guten Rat,
leg‘ ich alles in die Hände,
du führst es zum rechten Ende !

Mutter mit dem Jesuskind

Mutter mit dem Jesuskind,
Mutter Du vom Guten Rat,
Da wir keinen Weg mehr finden,
Zeig‘ uns Du den rechten Pfad!

In Deine lieben Hände
Leg’ ich meine ohne Bangen,
Nimm Du mich mit,
Du kennst den Weg, den ER gegangen!

Es hat Ihm niemals je gebrannt
Ein Herz so wie das Deine,
Und keine Liebe hat erkannt
wie Du die seine!

Und seine unermess‘ne Pein
Hat niemand so empfunden,
Du trugest tief im_ Herzen Dein
All seine Wunden!

Du warest, Mutter, ihm zur Seit’,
Der wankend schritt in Banden,
Und hast in namenlosem Leid
Am Kreuz gestanden.

Dir legten Sie ihn in den Schoß,
In Weh und bittt‘rem Klagen,
Entstellt und blutig, nackt und bloß,
Den Du getragen.

Und drum in Deine lieben Hände
Leg‘ ich meine meinen Bangen,
Nimm Du mich mit,
Du kennst den Weg, den ER gegangen!

Ein Mutterherz hab’ ich gefunden

Ein Mutterherz hab’ ich gefunden;
So rein und mild, so gut und treu!
Es schlägt für mich zu allen Stunden,
Und täglich bitte ich aufs neu:
O Mutter, o verlass mich nicht,
Bis mir das Aug’ im Tod einst bricht!

Erblüht an meinem Lebenswege
Ein Freudenblümchen, still und schlicht,
Dann bring’ ich’s ihr, daß sie es segne,
Und bitt’ mit Kindeszuversicht:
O Mutter, o verlass mich nicht,
Bis mir das Aug’ im Tod einst bricht!

Und quälen Kummer mich und Sorgen,
Daß ich nicht weiß, wo aus, wo ein,
ich bin doch sicher und geborgen,
Die Mutter läßt mich nicht allein.
Die Mutter, sie verlässt mich nicht,
Bis mir das Aug’ im Tod einst bricht!

und werd’ ich einst Im Tode ringen,
wenn niemand mir zur Seite steht,
Dann wird die Mutter Hilf’ mir bringen,
Weil kindlich ich so oft gefleht:
O Mutter, o verlass mich nicht,
Bis mir das Aug’ im Tod einst bricht!

Gegen die Verunsicherung und gegen die Angst

Habt keine Angst

Es sind erstaunliche Zusagen, die Jesus hier macht: „Ich werde hingehen und euch eine Wohnung bereiten“ oder „ihr werdet die Werke vollbringen, die ich vollbringe“, vor allem aber fordert er die Jünger auf: „Habt keine Angst!“. Jesus sagt so viel wie: Habt Mut! Seid getrost! Bleibt ganz ruhig – ich habe letztlich alles in der Hand.
Es ist seine Zusage im Abendmahlsaal, am Ende der Rede an die Jünger. Und begonnen hat er mit der Aufforderung: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren, glaubt an Gott und glaubt an mich!“ Habt Vertrauen, heißt das Wort im griechischen Text, was so viel meint wie: lasst euch von dem „Durcheinanderwerfer“ nicht verunsichern. Seid da, wo ich bin!

Text: Veronika

Medien-Datei (audio/mp3, 20.5 MB)

Im Stimmengewirr unterscheiden lernen

Der gute hirte

Jesus selbst stellt sich als der Hirte vor, von dem im Psalm die Rede ist, wenn es dort heißt, dass er seine Schafe weder in den finsteren Schluchten und Tälern alleine lässt noch sie vergisst, wenn sie einen anderen Weg gegangen sind und sich von ihm entfernt haben. Er kennt sie alle, sagt Jesus hier seinen Zuhörern, ruft sie bei ihrem Namen und sie kennen seine Stimme. Für alle, die bei diesem Hirten bleiben wollen, heißt dies, seine Stimme von den vielen anderen, die uns tagtäglich umgeben, unterscheiden zu lernen.

Text: Veronika

Medien-Datei (audio/mp3, 25.9 MB)

Die Photosynthese des Geistes

Licht

Jedes Blatt des Baumes ist eine »Werkstatt«, in der sich das unsichtbare Licht in Lebensenergie verwandelt. Es ist der Vorgang, den Biologen Photosynthese nennen. Dabei wandelt sich das Element Kohlenstoff, das unsichtbar in der Atmosphéire vorkommt, in feste Form um. Die Sonnenenergie wird aufbereitet und »verkörpert sich« in Leben.

So gibt es auch eine Photosynthese des Geistes, wenn der Geist Gottes uns erfiillt. Es ist ein heiliger Vorgang, der darin besteht, dass sich das Licht Gottes in uns in gelebtes Leben verwandelt.

Quelle: Martin Schleske „DerKlang“

Am andern Ufer…

So wie die Evangelien von den Begegnungen der Jünger mit dem Auferstandenen sprechen, weisen sie auf etwas hin, was sich wie ein Muster wiederholt und in unser eigenes Leben hineinreicht. Jesus zeigt sich unerwartet und verborgen, so dass er zunächst nicht erkannt wird. In einer schlichten menschlichen Begegnung gewahren sie, dass es „der Herr“ ist und erfahren, dass sie ihm nicht entsprechen, so dass sie nur ihre leeren Netze, ihr eigenes Unvermögen, anbieten können. Und Jesus zeigt ihnen, dass er Mensch ist und Mensch bleibt, wenn er ihnen am andern Ufer das Kohlenfeuer bereitet hat und sie erwartet.

Text:Veronika

Medien-Datei  (audio/mp3, 25.7 MB)

Aufbrechen, suchen – und finden

Es gibt eine tiefe Parallelität zwischen der Verkündigung des Engels an Maria, als Jesus Mensch wird, und der Verkündigung des Engels am Morgen der Auferstehung: beide Engel sagen den Frauen „Freue dich!“ bzw. „Freuet euch!“. Und beiden folgt die Ausgießung des Geistes.
Alle, die ans Grab kamen, waren auf der Suche, allen voran Maria Magdalena, und es spiegelt sich in der folgenden Begegnung, wie sehr die Suche, die eigene Disposition, zur Voraussetzung der Begegnung mit dem Auferstandenen wird.

Text: Veronika

Medien-Datei (audio/mp3, 27.4 MB)

Das Kreuz als Synthese der Freiheit, der Wahrheit und der Liebe

Das Kreuz Christi führt den Weg in die wahre Freiheit, in die Freiheit, zu lieben, auch dort, wo wir nicht geliebt werden, in die Freiheit, zu vergeben, auch wo uns Unrecht widerfahren ist, in die Freiheit, die zu umfangen, die uns nicht gut gesonnen sind oder uns nicht Gutes wollen.
Das Kreuz zeigt die Dimensionen der Liebe, zu denen der Mensch fähig ist. Diese Freiheit verkörpert Jesus am Kreuz. Und das Kreuz zeigt die ganze Wahrheit des Menschen vor Gott und die Wahrheit Gottes, seine ganze Liebe zu uns.

Medien-Datei (audio/mp3, 17.2 MB)

aus Predigtreihe aus Maria Linden/ Ottersweier (Baden)

(Text: Veronika)

Wenn die Steine nicht schweigen

Wenn die Steine nicht schweigen – Palmsonntag

Das Beben der Erde, als Jesus stirbt, ist die Sprache der Steine, die nicht schweigen, obwohl man die Jünger und Jesus selbst zum Schweigen gebracht hat. Das Beben und die Erschütterung erfasst alle, vom Moment des Mahles an, wo die Sprache auf den Verräter kommt bis hin zum Moment des Verrats, wo Jesus selbst im Kuss des Judas zutiefst erschüttert sein muss. Jesus erbebt in der Nacht der Angst und Qual, von den engsten Vertrauten allein gelassen, und die Angst, selbst mit hineingezogen zu werden lässt auch Petrus erbeben, als er schwört und flucht, diesen Menschen nicht zu kennen. Alle, die am Wegrand der Passion Jesus begleiten und schließlich in der Nähe des Sterbenden bleiben, entgehen der Erschütterung nicht. Mit ihnen, mit den Frauen, die Jesus lieben und verehren, warten wir durch die Nacht des Karfreitages hindurch, im demütigen Vertrauen, dass das Beben schon ankündigt, dass der Tod seine Beute nicht länger festhalten kann.

Text: Veronika

Medien-Datei (audio/mp3, 13.7 MB)