Verlust und Zuversicht

„Der große und traurige Irrtum Einiger, sogar der Guten, ist es zu denken, dass diejenigen uns verließen, die der Tod von uns genommen hat. Sie verlassen uns nicht. Sie bleiben.
    Wo befinden sie sich? Etwa im Schatten? Oh nein, wir sind es, die im Schatten sind. Jene aber sind an unserer Seite, unter einem Schleier, noch anwesender als je zuvor. Wir sehen sie nicht, da ein dunkler Nebel uns umschließt, sie aber sehen uns. Ihre Augen, schön und voll von Glanz, sind auf unsere, voll von Tränen, gerichtet. Welch unbeschreiblicher Trost, die Toten sind unsichtbar; sie sind nicht abwesend.
    Oft dachte ich daran, was die Trauernden am besten trösten könnte. Es ist dies: Der Glaube an die wirkliche und ununterbrochene Gegenwart unserer geliebten Verstorbenen. Es ist die klare und deutliche Eingebung, dass sie durch den Tod weder ausgelöscht, noch abwesend, nicht einmal fern von uns, sondern lebendig, in unserer Nähe, glücklich und verklärt sind, ohne durch diesen herrlichen Wandel etwas von der Feinheit ihrer Seele, der Sanftheit ihres Herzens oder jener Vorzüge, die sie liebenswürdig machten, verloren zu haben. Im Gegenteil, sie sind in all diesen tiefen und milden Empfindungen um hundert Ellen gewachsen. Der Tod ist, für die Guten, der triumphale Aufstieg in die Welt des Lichts, der Kraft und der Liebe. Jene, die bis dahin nur gewöhnliche Christen waren, werden vollkommen; jene, die nur schön waren, werden gut und jene, die gut waren, werden verehrungswürdig!“

Msgr. Bougaud, katholischer Bischof 19. Jhdt.

Das Schweißtuch im Grab

Eugene Burnand:
The disciples Peter and John running to the tomb on the morning of the resurrection

Die Großartigkeit der Botschaft der Auferstehung Jesu lässt uns oft gerne über Details hinwegsehen. Das ist ja im Grunde richtig so. Für diejenigen aber, für die die Osterbotschaft „Der Herr ist wahrhaft auferstanden und dem Simon erschienen“ nicht mehr so neu ist, könnten diese Details eine Hilfe sein den Glauben an den auferstandenen Christus zu vertiefen.

Bei Johannes lesen wir am Anfang des 20. Kapitels wie Johannes und Petrus auf die weitere „Schreckensnachricht“ von Maria Magdalena: „Sie haben den Herrn aus dem Grabe genommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat“ schnell zum Grabe eilen, um nachzusehen, ob die Frau die Wahrheit sagt.

Dort angekommen finden die Beiden es genauso vor wie Maria es berichtet hatte. Sie finden nicht den Leichnam Jesu sondern nur die Textilien, mit denen man dem toten Körper bekleidet hatte: die Leinenbinden und das Schweißtuch. Johannes sagt rückblickend in diesem Moment: „Nun ging auch der andere Jünger, der als erster zum Grabe gekommen war, hinein und sah und glaubte.“ Johannes sah also das leere Grab, die Leinenbinden und das Schweißtuch zusammengefaltet an einem andern Ort und glaubte.“

Ich fand es immer erstaunlich, dass Johannes anhand der Indizien: das leere Grab, Leinenbinden und das Schweißtuch zum Glauben an die Auferstehung Jesu kam. Heute kann ich es so verstehen, dass Johannes zum Glauben kam, weil er die Textilien näher untersuchte und sicher die Abbildungen Jesu auf den Leinenbinden und dem Schweißtuch sah: Die Leinenbinden sind nichts anders als das Grabtuch von Turin und das Schweißtuch ist nichts anders als das Muschelseidentuch von Manoppello. Auf dem großen Textil ist heute noch der tote Jesus zu sehen und auf dem andern der auferstandene Jesus. Daher kam Johannes zum alles entscheidenden Glauben: Der Herr ist wahrhaft auferstanden!

Wer das nachvollziehen möchte dem empfehle ich das spannende Buch: „Das göttliche Gesicht“ von Paul Badde zu lesen. Wer nicht so viel Zeit hat dieses Video.

Filmbeschreibung: Ein verborgenes Leben

Filmscene: August Diehl als Franz Jägerstätter

Der Spielfilm „Ein verborgenes Leben“ (2019) von Terence Malick erzählt die Lebensgeschichte des österreichischen Bauers Franz Jägerstätter, der als „Wehrkraftzersetzer“ 1943 in Berlin von den Nazis hingerichtet wurde. Jägerstätter wurde im Jahr 2007 von Papst Benedikt XVI. selig gesprochen.

Terence Malick gibt einen tiefen Einblick in das Leben des einfachen Vaters einer 5-köpfigen Familie, der aus Gewissensgründen den Wehrdienst in Hitlerdeutschland ablehnt und dafür sehenden Auges in den Tod geht. Der Film beleuchtet dabei die inneren seelischen Kämpfe des Protagonisten, die Kritik, Sorgen und Ängste seiner Frau sowie auch die ausgrenzenden und feindseligen Worte und Handlungen seiner Freunde und Nachbarn, die durch seinem fatalen Entschluss offenbar werden.

Er steht mit seiner Haltung zunächst alleine da, seine ihn liebende Frau reift erst nach und nach durch Gebet und Gottvertrauen auf dem Weg, den ihr Mann eingeschlagen hat. Er hat sonst auch niemanden, der ihm beisteht: seine Mutter, seine Freunde und auch die Kirche, welche er in Form des Pfarrers und Bischofs um Rat bittet, wollen ihn von seiner Entscheidung abbringen.

In den letzten Tagen der Haft findet Jägerstätter Trost im Gebet und in der freiwilligen Hingabe seines Lebens um Gottes Willen. Im Gefängnis erhält er unverhofften Beistand: ein Engel wird ihm in Form eines alten Kameraden und Mitgefängnisinsassen quasi zur Seite gestellt, der gleich Jägerstatter vor der unabwendbaren Hinrichtung steht, aber trotzdem lebensfroh bleibt und ihm damit hilft die Folter, die Verhöre, die willkürlichen Drangsalierungen der Wärter und am Ende den Tod zu ertragen.

Der Regisseur verzichtet darauf, einen verklärten Helden zu zeichnen und zeigt Franz als einen einfachen realen Menschen, der ringt, der Angst hat und zittert und seine Kraft aus dem Glauben und kindlichen Vertrauen zu dem liebenden Gott schöpft.

Umrahmt ist der Film in unzählbaren atemberaubenden Bildern von einer schönen intakten Natur, und dem geselligen Zusammenleben- und Arbeiten der armen einfachen Bauern in Oberösterreich der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts.

Der Film wird im Handel als Kauf-DVD angeboten.

Ein Leben im Geiste Jesu

Herr, mache mich

  • gehorsam ohne Widerspruch,
  • arm im Geiste ohne niedrige Gesinnung,
  • keusch ohne falsche Scham,
  • geduldig ohne Murren,
  • demütig ohne Verstellung,
  • froh ohne Ausgelassenheit,
  • ernst ohne Trübsinn,
  • rührig ohne Hast,
  • wahrhaftig ohne Falsch

Herr, lass mich Gutes tun ohne Überheblichkeit, den Nächsten ermahnen ohne Heuchelei. Gib mir, Herr,

  • ein wachsames Herz, das kein leichtfertiger Gedanke von dir ablenke,
  • ein edles Herz, das keine unwürdige Neigung nach unten ziehe,
  • ein gerades und aufrechtes Herz, das kein gemeines Streben auf Abwege führe,
  • ein starkes Herz, das keine Trübsal beuge,
  • ein freies Herz, das sich von keiner Leidenschaft beherrschen lässt,
  • Gib mir einen Lebenswandel, der dir wohlgefällt und Beharrlichkeit, die dich mit Zuversicht erwartet.

Amen.

Hl. Thomas von Aquino

Abgesagt: Mit Jesus den Kreuzweg gehen

Aufgrund der allgemeinen Lage im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona- Virus und dem damit von den Behörden ausgesprochenen Versammlungseinschränkung muss der Kreuzweg am 21. März leider abgesagt werden!

Es gehört zur katholischen Tradition, in der Passionzeit, also die letzten beiden Wochen vor Ostern, das Leiden Jesu in besonderer Weise zu bedenken und zu meditieren. Das macht uns bewusst was der Heiland auf sich genommen hat, um uns zu erlösen. The Theologen des Mittelalters lehren bereits, dass ein Trofen Blut ausgereicht hätte, um die Erlösung aller Menschen von Sünde und ewigen Tod zu befreien. Er aber hat ALLES vergossen. [Joh 19, 34]

Gehen wir mit IHM gemeinsam den Kreuzweg. Hier ist eine Einldaung dazu:

Oktav von Weihnachten

Fotomontage, Reliquie der Krippe in Santa Maria Maggiore, Rom
Fotomontage, Reliquie der Krippe in Santa Maria Maggiore, Rom

Jesus,

– der sich herabgelassen hat, unsere Menschennatur anzunehmen, um uns in sich hineinzunehmen

– der Unendliche und Ewige, der in Raum und Zeit, in die Geschichte eingetreten ist, die Horizonte des Göttlichen zu offenbaren

– der uns unvorstellbar nahe gekommen ist, um uns herauszuholen aus innerweltlichen Erwartungen und Wünschen, aus der von Tränen getränkten Erde

– verborgenes Antlitz in den eucharistischen Zeichen und in den Blicken unserer Nächsten

– den wir einst von „Angesicht zu Angesicht“ sehen und in der Herrlichkeit des Himmels schauen dürfen

Die zwei Haltungen

Kreuzigungsgruppe

Nach der katholischen Überlieferung heißen die beiden Verbrecher, die mit Jesus gekreuzigt wurden Dismas und Gestas. Dismas ist der rechte Schächer, der sich am Kreuz zu Jesus bekannte und Gestas war der unbussfertige Schächer.

An den Aussagen beider wird jeweils eine andere (Grund-) Haltung offenbar. In Lukas 23 lesen wir:

„Einer von den aufgehängten Verbrechern lästerte ihn und sagte: „Bist du nicht der Messias? Hilf dir selbst und uns!“

Das heißt soviel wie „Zuerst beweise mir, Jesus, dass Du Gottes Sohn bist und nimm alle Leiden (oder Kreuze) von mir, dazu gib mir alles, was ich für mein Leben brauche, wenn du allmächtig bist, dann will auch ich dir dienen, (vielleicht).“

Sind auch wir nicht oft versucht in einer ähnlichen Weise zu beten, indem das Bittgebet einen zu hohen Stellenwert in unserem Gespräch mit Gott eingenommen hat? Oder sind wir vielleicht in einer verzweifelten Situation, in der wir jede Kontrolle verloren haben und nicht wissen, wie es weiter gehen soll. Es ist gerade zu natürlich, dann zu Gott um Rettung aus dieser Situation zu schreien. Und oft ist Gott ist auch barmherzig mit uns und erhört unser Gebet.

Was aber ist mit Dismas, dem rechten Schächer. Wir lesen bei Lukas weiter:

Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: „Hast nicht einmal du Furcht vor Gott, der du das gleiche Gericht erleidest? 41 Wir leiden mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ 42 Und er sprach: „Jesus, gedenke meiner, wenn du kommst in dein Reich!“

Dismas hat die Gerechtigkeit seines Leidens erkannt. Das Leiden kommt aufgrund unserer selbstverschuldeten Trennung von Gott (= Sünde) auf uns. Weiterhin erkennt er in Jesus, dessen anders sein, dass Jesus unschuldig leidet. Man kann vermuten, dass aus dieser Erkenntnis heraus er mit Hilfe des heiligen Geistes spricht: „Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst!“

Ich glaube, dass dies die richtige Grundhaltung vor Gott ist und unsere Gebetshaltung sein sollte. Und dass aus dieser Erkenntnis heraus, der hl. Geist aus unserem Inneren heraus betet, mit unaussprechlichen Seufzern.

Und Jesus antwortet mit diesem unvergleichlich tröstenden und mächtigen Wort: „Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!“